Bei einem Streifzug durch Seiten wie z.B. die Modellkartei findet man ja EINIGE Modells: große und kleine, dicke und dünne, sympathische, verrückte, natürliche, schöne, …

… ausgeflippte, extravagante, junge und ältere, Fashion- und Aktmodells, Amateur- und Semiprofessional-Modells – für jeden Geschmack, für jede Richtung, für jede Möglichkeit sind hier Modells zu finden.
Und irgendwann, wenn man genau hinschaut, fällt einem auf: Es sind keine „normalen“ Frauen, diese Modells, sie sind irgendwie besonders und anders.
Es sind Frauen, die diese Aura der Darstellung um sich herum verbreiten können und es auch tun – alleine, weil sie es so wollen.
Ein Modell stellt immer sich selbst dar, immer eine Szene, immer einen Moment, und immer in vielen Facetten seiner Persönlichkeit.
Ein Modell ist sich nicht zu schön, komisch auszusehen – obwohl es in seiner privaten Zeit vielleicht eher ernsthaft ist.
Es ist sich nicht zu schön, im Dreck rumzukriechen, obwohl es für gewöhnlich gepflegt und gestylt ist. Es ist sich nicht zu schön, ein Kostüm anzuziehen, in dem es seltsam aussehen könnte, obwohl es mit Leidenschaft Jeans und Latschen trägt. Es ist sich nicht zu schön, soviel Make-up zu benutzen, dass man es locker als Farbkasten bezeichnen würde, obwohl es eigentlich lieber „in nature“ unter die Leute geht. Es ist sich nicht zu schön, stundenlang zwischen Studiolampen zu schwitzen, obwohl es nichts lieber mag als gemütlich auf der Couch ein Buch zu lesen. Es ist sich nicht zu schön, kilometerlange Strecken für ein TfP-Shooting zurückzulegen, nur damit „geile“ Bilder entstehen und am Ende kein Gehaltsscheck in Aussicht ist.
Ein Modell ist sich absolut nicht zu schön für irgendwas, obwohl es eigentlich nur darum geht „schön“ zu sein – für ein Foto, für eine Illusion, für den Spaß, für einen Moment – manchmal auch für Geld, aber das kommt erst viel viel später und lange nicht für jedes Modell – und immer erst dann, wenn es sich eine lange Weile nicht zu schön für viele Sachen war, die anderen „normalen“ Frauen niemals in den Sinn kämen.
Auch die „richtigen“ Modells – die, die mit Nachnamen Klum, Schiffer, Campbell, Bündchen oder wie auch immer heißen – waren sich irgendwann einmal nicht zu schön für irgendwas. Sie haben in viel zu kleinen, nicht immer sauberen Unterkünften gehaust, haben ihre letzten Cents für ein Ticket ausgegeben, ohne zu wissen, ob es ihnen was bringt. Sie haben in langen Castingschlangen gestanden und auf Pommes verzichtet und die unbequemsten Schuhe getragen, die es nur geben kann – weil sie sich nicht zu schön waren.
Und egal, ob sie nun berühmt, reich oder nur ein Teil der Modelkartei sind – sie sind selbstbewusste Frauen, die wissen, was sie zu bieten haben, und was in ihnen steckt – Frauen, die sich ausprobieren wollen und den Mut haben, es zu tun, Frauen, die keine Berührungsängste haben und in denen ein bisschen Künstlerblut steckt.
Es sind Frauen, denen die große weite Welt und die kleine Welt einer Modellkartei viele tausend wunderschöne, total verrückte, hocherotische, traumverlorene, spielerische, exzentrische, außergewöhnliche, ironische, unbearbeitete, natürliche, hochgepimpte, gruselige, surreale, alltägliche und abgedrehte Fotos zu verdanken hat, und um wie viel ärmer wären diese Welten, gäbe es nicht diese Frauen, die sich für nichts zu schön sind?
In diesem Sinne nur die besten Wünsche
Luigi & Lena
Luigi & Lena... |
... das sind die beiden satirische Figuren in der La-Garda-Kolumne gleichen Namens, die sich ihre eigenen Gedanken über
die Welt der Fotografie, der Models, der Technik und Visagisten machen
und die Welt gerne an diesen Gedanken teilhaben lassen. Wer hinter
Luigi & Lena steckt, bleibt ungewiss, nur dass es wechselnde Federn
sind, die sich dort äußern, dass ist klar.
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