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Testbericht Nikon S60
Geschrieben von Norbert Hirschberger   
Freitag, 13 Februar 2009
aufmacherIm August 2008 stellte Nikon seine neue kompakte Digitalkamera S60 vor. La Garda Autor Norbert Hirschberger aus Diez hat sie für uns mal genau unter die Lupe genommen. trennlinie

 


 

 


Eine Kompaktkamera will nicht nur mit ihren inneren Werten glänzen, sondern auch mit ihrem Design den geneigten Fotografen überzeugen.
Norbert Hirschberger hat die Nikon S60 für La Garda auf ihre inneren und äußeren Qualitäten getestet.

 

Die Kamera S60 von Nikon zeigt bereits beim Auspacken, dass der Hersteller neue Wege in der Bedienung und Benutzerführung einer kompakten Digitalkamera eingeschlagen hat. Nur auf der Oberseite des schlanken Gehäuses befinden sich mechanische Bedienelemente. Ein Taster zum Ein- bzw. Ausschalten der Kamera, sowie der Auslöser mit zweifachem Druckpunkt. Das hervorragend verarbeitete Gehäuse beherbergt auf der Frontseite eine 5-fach Zoomoptik, welche vollständig in das Gehäuse integriert ist und bei abgeschalteter Kamera durch einen Metallverschluss geschützt wird, sowie den eingebauten Blitz und ein separates AF-Hilfslicht.

s60_bk_back34r_rgbtextUmgerechnet auf Kleinbildformat entspricht die Brennweite des NIKKOR-Zooms 33-165 mm. Die Rückseite der Kamera wird dominiert von einem 3,5 Zoll berührungssensitivem LC-Display, ohne weitere mechanische Bedienelemente. Der Touchscreen verfügt über einen angenehmen Betrachtungswinkel von 160 Grad, sowie eine Antireflexbeschichtung.

Die maximale Auflösung des Sensors beträgt 10 Megapixel und bei einem Seitenverhältnis von 4/3 werden 3648x2736 Pixel auf SD, bzw. SDHC kompatible Speicherkarten aufgezeichnet. Sowohl die Speicherkarte, als auch der Lithium-Ionen-Akku werden auf der Unterseite des Gehäuses eingesetzt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sich seitlich am Gehäuse ein Mikrofon, sowie ein kleiner Lautsprecher befinden.

Bedienung

Wer jemals eine Kompaktkamera von Nikon in der Hand hatte, wird sich im Bedienkonzept der Kamera sofort heimisch fühlen. Der Menüaufbau ist gut durchdacht und die jeweiligen Ikonen sind groß genug, um auch von weniger filigranen Fingern bedient werden zu können. Ein leichtes Antippen mit der Fingerkuppe reicht, um einen Menüpunkt auszuwählen. Alternativ kann der Touchscreen der Nikon S60 auch über einen mitgelieferten Stift bedient werden. Bei Aufnahmen ist auch die Zoomwippe in den Touchscreen integriert. Einzig hier ist einige Übung erforderlich, um den gewünschten Bildausschnitt heran zu zoomen, ohne über das Ziel hinaus zu schießen.

Beim ersten Druckpunkt des Auslösers erfolgt die Fokussierung und Belichtungsmessung sowie deren Speicherung, auf den zweiten Druckpunkt wird ausgelöst. Im Vergleich zum Leistungsvermögen aktueller Spiegelreflex-Kameras, kann das zeitliche Reaktionsverhalten der Fokussier- und Auslösefunktion als "gemächlich" bezeichnet werden. Für ihre Preisklasse liegt die S60 mit einer Auslösegeschwindigkeit von 0,5 Sekunden nicht ganz vorne mit dabei. Sportfotos von brisanten Momenten sind nur möglich, wenn sie schon in der Entstehungsphase erahnt werden und dann entsprechend früh ausgelöst wird. 

Apropos Spiegelreflex, als Tester kam ich mehr als einmal in peinliche Erklärungsnot, als ich mir die Kamera direkt vor das rechte Auge hielt, nur um mit roten Ohren wiederholt festzustellen, dass kein optischer Sucher integriert ist. s60text
Die reichhaltige Ausstattung mit Motivprogrammen wird komplettiert durch einen so genannten "Scene"-Modus, bei dem die Kamera das geeignetste Motivprogramm selbstständig auswählt, sozusagen eine Automatisierung der Automatik. Persönlich halte ich diesen Weg für sinnvoll und konsequent, da sich wohl nur ein Bruchteil der potentiellen Kunden in die Tiefen der Menüs begibt, um manuelle Einstellungen wie Belichtungskorrektur, ISO-Werte etc. den jeweiligen Aufnahmebedingungen anzupassen. Man hat jedoch auch die Möglichkeit ISO-Vorgaben und Belichtung manuell anzupassen. Doch zurück zur Technik der Nikon S60. Der einstellbare ISO-Bereich reicht von 64 bis 3200, wobei die Auto-ISO Einstellung im Standardmodus den Bereich 64-800 ISO abdeckt, in der Hochempfindlichkeitsautomatik wird der Bereich auf 1600 ISO erweitert. Ab 250 ISO ist ein Rauschen schon erkennbar, Einstellungen ab 800 ISO sollten nur vorgenommen werden, wenn das Farbrauschen als Stilmittel gewollt ist. An dieser Stelle sei auch noch erwähnt, dass die Nikon S60 zusätzlich über eine abschaltbare mechanische VR zur Reduktion von Verwacklungen verfügt. Filme können mit 30 Bildern/Sekunde im VGA-Modus von 640x480 Pixel aufgenommen werden.

Um Filme und Fotos einem größeren Publikum zugänglich zu machen, verfügt die S60 über eine HDMI Schnittstelle zum Anschluss eines Fernsehers oder Beamers. Die Kamera verfügt über sieben Funktionen, mit denen aufgenommene Bilder intern bearbeitet werden können. Zu den wichtigsten Bearbeitungsfunktionen zählen das so genannte "D-Lighting", bei dem Helligkeit und Kontrast der Aufnahme optimiert werden, sowie die mögliche Perspektivenkorrektur und das Beschneiden der Aufnahme. In allen Fällen werden Duplikate der Originalaufnahme angelegt, so dass die Bearbeitungen reversibel sind.

In der Praxis

Die Nikon S60 verdient zu Recht die Bezeichnung Kompaktkamera. Klein, leicht, handlich und stabil passt sie in wirklich jede Tasche. Bei den fotografischen Outdoor-Streifzügen war ich bei den Tests der S60 leider in den wenigsten Fällen mit guten Lichtverhältnissen umgeben. Schwaches Licht und trübes Herbstwetter sind nicht gerade die Domäne der kleinen CCD-Sensoren und dies gilt nicht nur für die hier getestete Kamera.

Bei gutem Licht und niedrigen ISO-Einstellungen sind respektable Ergebnisse mit hohem Detailreichtum zu erzielen, wie die Beispiele zeigen. Die Bildschärfung könnte, zumindest für meinen Geschmack, etwas dezenter zu Werke gehen. Steigende ISO-Werte führen rasch zu Farbrauschen. Der mechanische VR verrichtet seine Arbeit lautlos und zur vollsten Zufriedenheit. Chromatische Aberrationen traten nur in schwierigen Lichtsituationen auf, hier aber dann stärker ausgeprägt als beispielsweise im direkten Vergleich zur S610c aus gleichem Hause.

Fazit

Für denjenigen, der eine stylische Kompaktkamera mit innovativem Bedienkonzept sucht, ist sie ihr Geld auf jeden Fall wert. Eine Vielzahl an Motivprogrammen und Automatismen sorgen dafür, dass auch der ungeübte Anwender eine Chance auf gute Bilder bekommt.
Die kleine, komplett in das Gehäuse integrierte Optik, ist lichthungrig und kann ihre Qualitäten überwiegend bei gutem Licht ausspielen.

Übersicht

Produkt:
Coolpix S60
Produktart:
Kompakte Digitalkamera
Maße: ca. 60 x 97,5 x 22 mm (ohne vorstehende Teile)
Hersteller:
Nikon
UVP:
349 EUR
Straßenpreis:
250 – 300 EUR
Internet:
www.nikon-highlights.de/COOLPIX/S-SERIES/S60/

Plus/Minus

+ sehr kompakt
+ berührungsempfindliches LC-Display
- Sensor braucht gute Lichtverhältnisse
-
kein optischer Sucher

 

 

 

 

 

 

Noten

(10 = maximale Punktzahl)
Benutzerfreundlichkeit: 7,5
Preis-Leistung 7,0
Verarbeitung:
8,0
Vielfalt:
8,0
Gesamtnote:
7,625
 
 Eine Großansicht der Bilder finden Sie unter http://nhirschberger.com/Nikon/S60_Web/index.html
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COOLPIX S60 - ISO 64, 1/180 Sek. bei f / 3,8, 35 mm COOLPIX S60 - ISO 64, 1/105 Sek. bei f / 3,8, 35 mm COOLPIX S60 - ISO 76, 1/65 Sek. bei f / 3,8, 35 mm
 4  5  6
COOLPIX S60 - ISO 64, 1/450 Sek. bei f / 4,4, 68 mm COOLPIX S60 - ISO 64, 1/150 Sek. bei f / 4,4, 68 mm COOLPIX S60 - ISO 64, 1/290 Sek. bei f / 4,4, 68 mm
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COOLPIX S60 - ISO 64, 1/230 Sek. bei f / 4,8, 103 mm COOLPIX S60 - ISO 64, 1/310 Sek. bei f / 4,8, 103 mm COOLPIX S60 - ISO 64, 1/480 Sek. bei f / 4,7, 92 mm
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COOLPIX S60 - ISO 64, 1/80 Sek. bei f / 3,8, 35 mm COOLPIX S60 - ISO 64, 1/60 Sek. bei f / 4,7, 92 mm COOLPIX S60 - ISO 64, 1/75 Sek. bei f / 4,5, 75 mm
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COOLPIX S60 - ISO 189, 1/60 Sek. bei f / 3,8, 35 mm COOLPIX S60 - ISO 227, 1/60 Sek. bei f / 4,2, 55 mm COOLPIX S60 - ISO 90, 1/60 Sek. bei f / 3,8, 35 mm
Kommentare (1)add comment
G.S.: Nikon S60
Ich persönl. habe mich sofort mit der S60 angefreundet,evtl. weil
ich schon 2 Vorgänger hatte (S6 und S50c).Ausserdem fotografiere
ich schon über 40Jahre, was m.E.für das Verständnis dieser Kamera
vorteilhaft ist.Für Ungeübte und Neueinsteiger halte ich die Kamera nicht so geeignet.Auch allzugrosse Erwartungen sind m.E.fehl.Auf jeden Fall sind die Leistungen (auch im direkten Ver-
gleich mit ähnl.Produkten) respektabel! Ich habe sie immer in einer Tasche bei mir und habe, im Gegensatz zu früher, mit kompletter Ausrüstung unterwegs und weil zu umfangreich meistens nicht zur Hand, viele einmalige Situationen nach Hause gebracht.Dies gilt sowohl für Bilder, wie auch für Video-
Clips. Mein Fazit:
Nicht das allerperfekteste (kann auch nicht der Anspruch sein)
aber für die meisten Situationen eine anerkennenswerte Lösung!
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März 08, 2009
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