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Test Nikon Capture NX2 RAW Konverter |
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Geschrieben von Gianfranco La Garda
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Montag, 20 Oktober 2008 |
Mit Capture NX2 hat Nikon nicht nur die neueste Version seines RAW-Konverters vorgestellt, sondern gleichermaßen auch eine Art digitales Labor für Amateure wie Profis auf den Markt gebracht, was eine schnelle und intuitive Bildbearbeitung ermöglicht.

Mit der neuen Version können Sie neben den gängigen Formaten wie JPG und TIF auch die digitale Bilddateien im Nikon-eigenen RAW-Format .NEF bearbeiten. Dabei fällt positiv auf, dass man auch im NEF-Format speichern kann, sodass beim Speichern keine zwingende Umwandlung in ein anderes Format erfolgen muss.
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Mit der Schnellanpassung haben Sie die wichtigsten Parameter im Zugriff. Ergebnisse eine gewisse Rechenzeit erfordern.
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Eine Auswahl der möglichen Bildeffekte. Capture hat die wichtigsten Werkzeuge mit an Bord, die man für die Entwicklung und Bearbeitung benötigt.
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Das Programm teilt sich in drei Arbeitsbereiche auf. Der Ordnerbereich stellt ein Abbild der Festplatte dar, im Browser sehen Sie ähnlich einem Leuchttisch die in einem Ordner befindlichen Bilder, die Sie zudem in der Betrachtungsgröße anpassen können. Von hier wählen Sie normalerweise ein oder mehrere Bilder aus, um Sie dann im eigentlichen Arbeitsbereich zu „entwickeln“.
EntwickelnHier finden Sie als Werkzeuge die „üblichen Verdächtigen“, mit dem Sie Bilder entsprechend Ihren Wünschen verändern und anpassen können. Neben einer Vielzahl an Grundoperationen stechen hier die Unterstützung von Filter, auch von Drittherstellern ins Auge, der LHC-Editor, der verschiedene Farboperationen in einem Werkzeug vereint sowie die Möglichkeit, mehrere Kontrollpunkte zu setzen. Gerade letzteres ist sehr interessant, da man so bestimmte Bildbereiche von der Bearbeitung ausschließen oder Filter nur selektiv anwenden kann. Das funktioniert so, dass Sie beispielsweise einen Farbpunkt setzen und für diesen dann Farbton, Helligkeit und Sättigung kontrollieren können. Soweit so gut, werden Sie denken, aber hier haben Sie die Möglichkeit, nur im eingestellten Wirkungsbereich des Punktes diese Veränderungen wirken zu lassen. Dass können Sie zum Beispiel wunderbar dazu nutzen, einen Baum mit einem kräftigeren Grün zu versehen, ohne die restlichen Bildbereiche zu färben. Diese einfache Bedienung ermöglicht die „U-Point“-Technologie – „Du“ zeigst im Bild auf einen Bereich, der verändert werden soll und wendest dort die entsprechenden Werkzeuge an – intuitiv, so wie zu analogen Zeiten in der Dunkelkammer.
Gleiches gilt für die Auswahlkontrollpunkte, mit der Sie Bildbearbeitungsfunktionen wie Unscharf maskieren oder D-Lighting auf bestimmte Bereiche anwenden bzw. einschränken können.
Schön ist auch der im Programm enthaltene Auto-Retusche-Pinsel, mit dem Sie Hautunreinheiten, Staubflecken und Schönheitsfehler aus einem Bild entfernen können. Das ist wirklich praktisch, so ein Tool in einem Programm zu haben, denn oft sah der bisherige Workflow so aus, dass nach der „Entwicklung“ im RAW-Programm die eigentliche Retusche in Photoshop erfolgte.
Ein eigenes Menü ermöglicht es, auch nachträglich Kamerafunktionen wie das D-Lighting zu verändern. Gerade Bilder, die auf den ersten Blick nicht ganz so gelungen erscheinen, können hier oft noch gerettet werden.
Für die schnelle Bearbeitung steht das Schnellanpassung-Menü bereit, das die wichtigsten Bearbeitungswerkzeuge vereint.
Alle Einstellungen und Veränderungen werden nicht destruktiv vorgenommen, sodass Sie jederzeit zur Ursprungsversion des Bildes zurückkehren können.
Benutzeroberfläche
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Die Kamera- und Objektivkorrekturen bieten nicht nur eine Rote-Augen-Korrektur, sondern auch weitere Einstellmöglichkeiten.
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Das Kameramenü ermöglicht den Zugriff auf verschiedene Prodile und kameraspezifische Einstellungen. |
Das gesamte Benutzerinterface wirkt sehr aufgeräumt und übersichtlich. Durch die Möglichkeit, nicht benötigte Arbeitsbereiche wegzuklicken, behält man recht gut den Überblick. Allerdings ist das generelle Fenstermanagement ein wenig unpraktisch, denn wenn ich ein Bild aus der Browseransicht zum Bearbeiten durch Doppelklick auswähle, muss ich das Browserfenster erst von Hand wegklicken. Hier würde ich mir eine automatische Umschaltung wünschen. Dafür gibt es jedoch recht praktische Tastaturkürzel, mit denen die Umschaltung gut funktioniert und die darüber hinweg helfen, dass nicht alles automatisch funktioniert.
Wo ich gerade beim Wünschen bin: Es wäre super, wenn neben den Reglern ein kleiner Pfeil oder Schalter wäre, der die Einstellungen zurücksetzt. Das spart viel Zeit, vor allem, wenn man mehrere Parameter reseten möchte.
GeschwindigkeitGeschwindigkeit gehört nicht zu den Stärken von Capture NX2. Auch nach dem Update auf die aktuellste Version wirkt die Software recht behäbig, wobei man hierbei nicht vergessen darf, dass Capture eben mit der „echten“ RAW Datei (auf Wunsch voller Bit-Auflösung) arbeitet, die zwar entsprechende Präzision bietet, aber auch Rechenzeit beansprucht.
Trotz Quad-PC mit 2,4 GHz und 3 GB Arbeitsspeicher unter Windows Vista werden Bilder nur langsam geöffnet. Auch das Speichern dauert eine gewisse Zeit und ab und zu kommt es zu Fehlermeldungen, wenn man über STRG+S eine Zwischensicherung vornehmen möchte. Erst über den Umweg „Speichern unter“, lässt sich dieser Fehler umgehen.
Nikon selbst gibt das komplette Neuschreiben der Dateieinträge für die Nicht-destruktiven Änderungen als Grund an, warum das Speichern eine gewisse Zeit benötigt.
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Rund um den Punkt ist das Bild nicht gefärbt. So lassen sich effektiv und schnell nur bestimmte Bildbereiche bearbeiten und andere aussparen.
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Auch das Öffnen, vor allem mehrerer Dateien braucht eine gewisse Zeit. Insofern sehe ich Capture auch weniger als Lösung, um Bilder nach einem Shooting zu sortieren und auszuwählen, denn als ein feines Werkzeug, um eine getroffene Selektion in einem Ordner entsprechend zu bearbeiten. Das dann eben direkt in der RAW-Datei mit voller Bittiefe und der entsprechenden Genauigkeit.
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Der LCH Editor vereint verschiedene Einstellbereiche und erlaubt einen schnellen und intuitiven Zugang
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Die Regler arbeiten eher langsam. Zwar sind die Bewegungen flüssig, aber das Ergebnis braucht eben immer eine gewisse Rechenzeit. Wer weiß, was er tun möchte, wird sich davon nicht stören lassen, wenn man jedoch ein wenig experimentieren mag, nicht immer genau vorher sagen kann oder will, was eine Reglerbewegung auslöst, für den ist diese Arbeitsweise natürlich eher hinderlich.
Im EinsatzAuch wenn die Geschwindigkeit bei Capture nicht unbedingt zu den Pluspunkten zählt, belohnen einen die Ergebnisse dafür umso mehr. Selbst in der reinen Umwandlung in ein TIF kann die Software durch größere Neutralität punkten, wie unser Beispielbild zeigt. Beide Bilder wurden ohne weitere Bearbeitung einmal in Capture und einmal in Lightroom in ein TIF gewandelt. Das Adobe Bild sieht zwar etwas gefälliger aus, das Nikon Bild entspricht aber dem, wie es aus der Kamera kommt. Ein klarer Pluspunkt für Capture NX2.
Die Vielfalt der gebotenen Werkzeuge überzeugt mich, die Qualität der Werkzeuge ebenfalls. Die Kontrollpunkte sind ein sehr gelungenes Feature, um Bilder individuell zu gestalten und anzupassen. Hier öffnet sich eine weite Kreativwelt. Auch der Retusche-Pinsel hilft mir in meinem Arbeitsfluss sehr.
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Übersichtlich unterteilt sich die Hauptansicht in die Ordnerübersicht links, den Browser/Leuchttisch mittig und die Menüs auf der rechten Seite. Dank frei verschiebbarer Fenster können Sie die Arbeitsfläche aber auch den eigenen Bedürfnissen anpassen.
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FazitNikons Capture Software ist sicher nicht die eierlegende Wollmilchsau, die Programmen wie Lightroom oder Photoshop das Wasser abgraben kann. Sie eignet sich eher für Profis, die genau wissen, was sie tun und die Wert auf höchste Qualität bei der Bildbeurteilung und Weiterverarbeitung legen. Wenn es Nikon jetzt noch schafft, ein wenig an der Geschwindigkeit zu „drehen“, ist das Programm eine mehr als gute Empfehlung. Insbesondere die Möglichkeit, besondere Funktionen von Nikon Kameras, wie das D-Lighting auch nachträglich noch zu verändern, findet sich so bei anderen Herstellern nicht. Schade ist dabei nur, dass das Programm nicht auch RAW Formate anderer Hersteller lesen kann.
Die einfache Nutzung der Kontrollpunkt-Technologie bietet viele Möglichkeiten, die mit anderen Programmen nur schwer oder umständlicher zu erzielen sind.
Übersicht
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Produkt:
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Capture NX2
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Produktart:
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RAW-Software |
| Betriebssystem:
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Windows XP, Vista
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Hersteller:
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Nikon |
UvP.:
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188,02 EUR als Freischaltschlüssel für Testversion, 198,73 EUR als Vollversion mit Verpackung und gedrucktem Handbuch
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Straßenpreis:
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ca. 150,- EUR
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Internet:
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www.nikon.de
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Plus/Minus
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| + |
sehr genaue Bearbeitung möglich
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| + |
mehrere Kontrollpunkte
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| + |
Plug-ins
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| + |
Auto Retusche Pinsel
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| +
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Kamerafunktion auch nachträglich nutzbar
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Geschwindigkeit
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| - |
Fensterverwaltung
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Noten (10 = maximale Punktzahl)
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| Benutzerfreundlichkeit: |
7,0
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| Preis-Leistung |
8,0 |
Bildqualität:
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9,5
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Geschwindigkeit:
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5,0
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Vielfalt:
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8,0
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Gesamtnote:
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7,5
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