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Test: Katz Eye Schnittbildmattscheibe |
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Geschrieben von Daniel Breuss
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Mittwoch, 27 Dezember 2006 |
Moderne digitale Spiegelreflexkameras werden leider häufig ohne eine
Schnittbildmattscheibe zur genauen Fokussierung geliefert. Die Firma
Katz Eye bietet Abhilfe und liefert für verschiedene Kameramodelle eine
Austauschmattscheibe zum Selbsteinbau.

Die Firma liefert Schnittbildmattscheiben für die verschiedensten DSLR-Modelle von Canon, Fuji, Nikon, Olympus, Pentax und Sigma. Dank dieser Scheiben ist das manuelle Scharfstellen ein Kinderspiel. Sei es, weil Sie gerne mit manuellen Objektiven arbeiten bzw. sich noch einige gute Stücke in Ihrer Objektivsammlung befinden oder, weil Sie die Genauigkeit der Schärfeeinstellung lieber Ihren Händen und Augen, denn einer Automatik anvertrauen. Da aktuelle Kameras diese Funktion leider häufig nicht bieten, ist eine manuelle Scharfstellung dort meist nur schwer möglich und erfordert eine Mühe der Nachkontrolle, um auf kleinen Displays beurteilen zu können, ob ein Bild wirklich scharf ist.
Der Einbau
Nach kurzer Lieferzeit hielt ich meine Austauschmattscheibe für eine Nikon D200 in der Hand. Zum Glück gibt es ja im Internet eine schöne Anleitung, die Schritt für Schritt durch den Einbau leitet.
Bis zum letzten Schritt hat der Einbau nach dieser Anleitung auch hervorragend geklappt - aber dann wollte der Haltedraht nicht mehr in seine Position zurück. Man kann sich vorstellen, wie ich dann zu schwitzen begann. 1.500 € Kaufpreis der Kamera und 120 € für die Mattscheibe regen die Schweißdrüsen mächtig an. Die Sorge, mit einem fehlerhaften Einbau so viel Geld den Jordan hinunterzuschicken ist keine angenehme.
Nach einigem Fluchen wollte der Draht – oh Wunder – dann doch in die Fassung. Ein erster Blick durch den Sucher brachte aber Ernüchterung: Der Prismenkreis des Katz Eye war definitiv nicht in der Mitte! Das Fokussieren funktionierte aber trotzdem richtig, sowohl manuell als auch mit Autofokus.
Nicht mittig?
Ich hätte mich an dieser Stelle ja halbwegs zufrieden geben können - aber wenn man schon so was einbaut, dann soll es natürlich auch zentriert sein. Also habe ich den Draht noch einmal geöffnet. Hält man die Kamera in diesem Zustand verkehrt herum und bewegt sie leicht hin und her, während man durch den Sucher schaut, kann man die Scheibe recht schön in die Mitte bringen – anscheinend gibt es ein paar Hundertstel-Millimeter Fertigungstoleranz (oder ich hab eine Montagsscheibe erwischt – zumindest bekommen haben ich sie an einem Montag).
Beim erneuten Zusammenbau sträubte sich der Draht ewig lange, seinen Platz in der Fassung einzunehmen. Ohne näher auf meine damit verbundenen Wutausbrüche einzugehen, kann ich vermelden, eine Lösung für dieses Problem gefunden zu haben: Der Draht muss ein wenig zurecht gebogen werden, anscheinend verzieht er sich beim Herauslösen ein wenig. Auch hilft es , wenn man, sobald man ihn schon über der Halterung hat, einen Finger vorsichtig (!) über den Spiegelschlagdämpfer legt, um den Draht in Position zu halten und dann mit einem Werkzeug vorsichtig (!!) in die Halterung drückt.
Jetzt hieß es: Einmal tief durchatmen, einmal Gehäuse durchpusten mit dem Blasebalg und durch den Sucher geschaut. Perfekt! Beim darauf folgenden Test mit mehreren Objektiven mit manueller Bedienung und mit Autofokus zeigte sich, wie einfach richtiges Fokussieren nun ist. Das macht einfach Spaß und geht sehr einfach.
Die Mattscheibe ist auch ohne die optionale (und 55$ teure) OptiBrite Behandlung sehr hell und steht der von Nikon in dieser Hinsicht in nichts nach!
Fokussieren von Hand geht traumhaft schnell, den Blick zum Schärfeindikator kann man sich schenken. Mein AI-S 35/1.4 hat noch nie so viel Spaß gemacht, genauso das Arbeiten mit dem 105er Makro. Schneller geht es allemal.
Fazit
Alles in allem ist die Mattscheibe mit 120 Euro zwar ein teurer Spaß, aber für Fotografen, die die Arbeit mit alten MF-Kameras und –Objektiven kennen und schätzen oder generell Fotografen, die lieber manuell fokussieren und auch noch entsprechende Objektive bestizen, ein Traum!
Die D200 verliert dadurch keinerlei Funktionen, die Gitternetzlinien blenden sich immer noch ein, die AF-Messfelder sind genauso vorhanden und können benutzt werden.
Alles in allem zwar ein nicht unbedingt einfacher, aber mit der nötigen Vorsicht durchaus lohnender operativer Eingriff. Bei Fragen und Problemen hilft Firmenchefin Rachael Katz übrigens gerne selber in einem Zeitraum von maximal 24 Stunden per Email weiter.
Weitere Infos unter www.katzeyeoptics.com
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