Wir wollen Ihnen in loser Reihenfolge verschiedene frei erhältliche Software Programme vorstellen, die als Alternative zu den „amtlichen“ Platzhirschen oft Erstaunliches leisten. Im ersten Artikel geht es um das Bildbearbeitungsprogramm GIMP.

GIMP (GNU Image Manipulation Program) ist das wohl vielseitigste Programm unter der freien Bildbearbeitungsprogrammen.
Als Ergebnis der Studienarbeit von Peter Mattis mit seinem Kommilitonen Spencer Kimbal im Jahre 1995 erschien 1996 die Version 0.54 von GIMP, die unter Linux, Solaris, HP-UX und IRIX lief. Mit dem Hang zu Abstürzen wurde zusätzlich durch Mattis GTK+ (GIMP-Toolkit) entwickelt, da GIMP bis dahin nur mit einem proprietären sog. Motif-Tool genutzt werden konnte. Die entsprechenden Header-Dateien waren dafür nicht kostenlos und viele Nutzer waren gezwungen, das Programm umständlich zu kompilieren.
Als OpenSource unter der GNU General Public License konzipiert, arbeiten derzeit neben den zwei Hauptenwicklern noch weitere 160 sog. Constributors an der Weiterentwicklung des freien Bildbearbeitungsprogramms.
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Die Oberfläche von
GIMP wirkt aufge-
räumt und übersicht-
lich.
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Version 2.4 ist seit dem 06.09.2007 für Unix (inklusive Linux), Windows und MacOS X verfügbar.
Die Benutzeroberfläche
GIMP weist eine übersichtliche Hauptbenutzerfläche auf. Ich verwende ausschließlich die Grundeinstellung der Fenstergröße. Das Warum erklärt sich in den Funktionen der Symbole.
In der ersten Reihe befinden sich alle Auswahlwerkzeuge. Auch der aus
Photoshop bekannte Zauberstab und die Auswahl nach Farbe finden sich
dort wieder. Die zweite Reihe umfasst Werkzeuge zur Pfaderstellung, zum
Bewegen von Ebenen, zum Vergrößern und Verkleinern von Bildteilen und
dem gesamten Bild.
Die in der Mitte der Benutzeroberfläche angesiedelten Buttons befassen sich ausschließlich mit Ebenen. Scheren, Spiegeln, Perspektive ändern, drehen von Bildteilen und Einfügen von Texten ist hier möglich. Text wird automatisch auf einer neuen Ebene hinzugefügt.
Alles rund um Malwerkzeuge findet sich in der vorletzten Reihe wieder. Das sind: Pinsel, Muster, Radierer, Füllfunktion, Stift für harte Kanten und Spraydose.
Weichzeichner, Abwedeln/Nachbelichten, Verschmieren, das Zeichnen mit Bildteilen (besser bekannt als „Stempel“) und das Zeichnen mit Tinte sind in diesem Bereich zu finden.
Vorschau beim Öffnen
Bereits beim Öffnen eines Bildes wird eine Vorschau des Bildes gezeigt. Ich habe ein Bild von einem meiner Fotoausflüge gewählt. Anhand meiner Bilder werde ich kurz die wichtigsten Funktionen vorstellen.
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Vor dem Öffnen zeigt GIMP rechts eine Vorschau an, sodass man einen guten
Überblick über seine Daten erhält.
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Die Ebenenstruktur
Den Ebenendialog erreicht man bei geöffnetem Bild über den Menüpunkt Dialoge, Ebenen und mit einem Rechtsklick über ein neues Kontextmenü. Ich habe mein Bild bereits ein wenig verschönert durch die Nutzung verschiedener Ebenen.
Mit einem Rechtsklick auf eine Ebene erreicht man ein Kontextmenü. In diesem kann man Ebenen skalieren, duplizieren, löschen, auf Ebenengröße anpassen, vereinen, zusammenfügen, Alphakanäle hinzufügen und noch viele weitere Funktionen nutzen.
Im Ebenendialog selber kann man die Transparenz einer Ebene für jede einzelne Ebene festlegen. Um mein Ergebnis zu erhalten, stelle ich zudem den Ebenenmodus um.
Schon zeigt sich ein ganz neues Bild mit einer neuen Stimmung. Das zuvor grau-blaue Bild mit düsterer Stimmung wird nun zum herbstlichen Bild.Oder wie wäre es mit mehr saftiger Farbe wie z. B. im Frühling?
Um diese Ergebnisse zu erzielen, habe ich gerade einmal 2 Minuten benötigt.
Auch Color-Keys sind ganz einfach mit GIMP zu erstellen. Dabei sollte man entsprechend viel Zeit für das saubere Ausschneiden einplanen. Um dies einmal zu zeigen, verwende ich ein weiteres Bild aus meiner Sammlung.

Auch Collagen sind mit dem Ebenenmodus möglich.
Der Stempel - Malen mit BildteilenDer Stempel ist eines der wichtigesten Werkzeuge. Er korrigiert die Unschönheiten in einem Foto. Um Teile eines Bildes auszuwählen, fahre ich mit dem nun bereitstehenden Auswahlwerkzeug über das Bild. Einen Bildausschnitt wähle ich, indem ich die STRG-Taste (Steuerung oder auch Control) gedrückt halte und damit auf den gewählten Bildteil klicke. Die Pinselgröße muss aus den bereitstehenden oder eigens erstellten Pinseln selber gewählt werden. Zum Überstempeln darf die STRG/Control-Taste nicht gedrückt sein. Nun kann ich den störenden Bildteil einfach überstempeln.
Vorlagen selber erstellen
In GIMP kann jeder seine eigenen Vorlagen erstellen. Hierfür klicke ich auf der Benutzerhauptoberfläche auf Xtns. Angefangen beim Pinsel bis hin zu Logos, Muster, einfachen Schaltflächen und Schaltflächen für Webseiten. Was man sonst sehr umständlich selber macht, erledigt hier ein sog. Script-Fu.
Ein Script-Fu ist nichts anderes als ein kleines Programm (sog. Script), das in GIMP ausgeführt wird. Es erledigt mehrere Schritte wie z. B. Unscharf markieren, Kontrast erhöhen und Ebene einfärben in nur einem Schritt. Je nach Rechnerleistung geschieht das in der Regel schnell und unkompliziert.
Was ist nun der Unterschied zu Plug-ins und was ist dann das in GIMP verwendete Python-Fu?
Plug-ins sind Erweiterungen der Funktionalität zu Programmen. Ohne die entsprechende Anwendung sind diese Miniprogramme nicht lauffähig. Script-Fu basiert auf SIOD (Scheme In One Defune= Script-Interpreter) und externen Anbindungen wie Perl, Python und TCL und dient der Automatisierung von Vorgängen.
Python-Fu funktioniert ähnlich, basiert aber alleinig auf der Programmiersprache Python. Rote Augen lassen sich z. B. ganz einfach mit dem Script-Fu „Red Eye“ entfernen.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass man GIMP mit verschiedenen Erweiterungen ergänzen kann, um Arbeitsabläufe zu automatisieren oder Funktionen hinzuzufügen. Dabei kommen verschiedene Programmiersprachen zum Einsatz, die Sie als Enduser aber letztlich nicht interessieren müssen.
EmpfehlungenNatürlich empfiehlt es sich für jeden Fotografen, der hauptsächlich mit RAW-Dateien arbeitet, eine kompatible Schnittstelle zwischen RAW-Dateien und GIMP zu verwenden.
Diese Aufgabe erledigt ufraw. RAW-Dateien werden im ufraw geöffnet, um das Bild zu sehen und vorzubearbeiten. Mit einem weiteren Klick öffnet sich das Bild dann zur endgültigen Bearbeitung mit GIMP.
Fazit Seine Vielseitigkeit, die betriebssystemunabhängige Anwendung und nicht zuletzt die freie Verfügung machen GIMP zu einem ausgezeichneten Helfer bei der Bildbearbeitung. Jeder Nutzer kann sich das Programm zusätzlich selbst an seine Bedürfnisse anpassen. Wer nach einer Alternative zu Photoshop, dem Quasi-Profistandard in Sachen Bildbearbeitung sucht, für den könnte GIMP eine interessante Lösung darstellen.
Wo gibt´s denn das?
- GIMP (inkl. Buchempfehlung): www.gimp.org
- GTK+ Toolkit: www.gtk.org
- ufraw: http://ufraw.sourceforge.net
- Tipps und Tricks aus GIMP mit Anleitung zum Nachmachen : www.gimpusers.de
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