Mit der Olympus E 410 und den beiden Objektiven 1:3,5-5,6/14-42 und dem 1:4-5,6/40-150 steht ein DSLR-System bereit, das einige interessante technische Lösungen beinhaltet und seine Praxistauglichkeit im La-Garda-Test unter Beweis stellen musste.

Die Kamera unterstützt den so genannten „Four Thirds Standard“. Hierbei handelt es sich um ein zurzeit von den Kameraherstellern Olympus, Panasonic und Leica (Kodak, Fuji, Sanyo und Sigma sind ebenso vertreten) initiiertes und unterstütztes System mit fest definierter Bildsensorgröße von 17,3 x 13 mm (Der Umrechnungsfaktor für das Kleinbildformat ist mal 2), mit dem Seitenverhältnis 4:3 und ebenso fest gelegtem Objektivbajonett und Elektronikstandard, bei dem alle Objektive und Kameras untereinander kompatibel sind. Somit ließe sich z.B. ein Olympus Kameragehäuse recht problemlos mit Leica-Objektiven mit Four-Thirds-Bajonett „veredeln“.
Die Kamera
ie E 410 ist mit einem 10 Mio. Pixel Bildsensor ausgestattet, der zusätzlich über eine automatische Bildsensorreinigung verfügt und sie ist außergewöhnlich kompakt. Dank der „Live View“-Funktion kann man das 6,4 cm (2,5 Zoll) große Kameradisplay wie den Sucherbildschirm einer Kompaktkamera benutzen. Sie verfügt über zwei Fächer für Speicherkarten, auf die die Kamera mit bis zu 3 Bildern pro Sekunde entweder im RAW-Modus oder im JPEG-Format auf den Olympus eigenen Speichertyp XD oder auf die gängigere CF Karten schreibt. Der Prismensucher ist hell und klar und zeigt alle notwenigen Funktionen an. Belichtungstechnisch bietet sie neben den manuellen Funktionen wie Zeit und Blendenautomatik sowie manuellem Belichtungsabgleich noch 7 Kreativ und 20 Motivprogramme an. Der Weißabgleich findet automatisch oder manuell statt, wobei neben drei Farbcharakteristiken (lebendige, natürliche und gedämpfte Farben) auch ein Schwarzweißmodus zur Verfügung steht. Die Empfindlichkeit des Bildsensors lässt sich von 100 bis 1600 ISO steuern. Als Messmethoden stehen eine Mehrzonenmessung, eine mittenbetonte Messung sowie echte Spotbelichtungsmessung zur Verfügung, letztere sogar mit Differenzierung für Spitzlichter und Schatten.
Der Autofokus verfügt über drei Messpunkte, der Verschluss steuert mit 1/4000 bis maximal 60 Sekunden. Die Blitzsynchronzeit beträgt 1/180 und neben dem eingebauten Blitz mit Leitzahl 12 steht noch ein zusätzlicher Blitzanschluss für Systemblitzgeräte zur Verfügung. Alles in allem also eine reichhaltige Ausstattung, die viele Möglichkeiten offenbart.
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Dieser Bildausschnitt wurde mit ISO 800 aufgenommen und
zeigt das sehr moderate Rauschverhalten der E 410. |
Das Kit
Zur Kamera gehören neben den zwei Objektiven auch das Ladegerät mit einem Akku Typ BLS-1, ein USB- und AV-Kabel sowie die Software Camedia Master 2.0.
Neben dem Tragegurt und einer Augenmuschel für das Sucherokular liegen dem Kit auch Sonnenblenden für die Objektive bei. Eine feine Sache, weil man sie daher nicht zusätzlich dazu kaufen muss. Die Objektive haben integrierte Autofokusmotoren, was diese recht flott scharfstellen lässt. Manuelle Fokussierung ist mit ihnen ebenfalls möglich.
In der Praxis
Ich habe die Spiegelreflexkamera bei einer Tageswanderung und einem „Besuch im Zoo“ ausgiebig benutzt und getestet. Mit dem 14-42 mm (entspricht einer 28-84 mm Linse beim Kleinbildfilm) hat man ein Objektiv in den Händen, mit dem sich die meisten Reisemotive meistern lassen. Mit dem wunderbar kompakten 50-150 mm ergänzt er seine Perspektiven auf ein 100-300 mm Teleobjektiv (umgerechnet auf das KB-Format). Die Bildqualität der Objektive ist sehr gut. Absolut gefällig ist die zierliche Größe der Kamera, sie liegt anschmiegsam in der Hand und alle Bedienungselemente sind funktionell und gut erreichbar auf dem Kamerakörper verteilt. Der Sucher ist auch noch für einen Brillenträger wie mich gut zu überblicken, und die Scharfstellung funktioniert sauber. Nur ist sie mir bei schnellen, beweglichen Motiven ein wenig zu träge.
Die Belichtungsmessung und der Weißabgleich der E 410 arbeiten sehr genau, selbst bei Gegenlichtaufnahmen gab es kaum Ausreißer und die Farbwiedergabe des Bildsensors ist exzellent.
Der über die Taste „Display“ einfach zu handhabende Live-View-Modus ist in Verbindung mit der manuellen Scharfstellung eine vorbildliche Hilfe beim Fotografieren. Und dies nicht nur bei Nahaufnahmen. Zur angenehmeren Bildgestaltung lassen sich dabei auf dem Bildschirm neben einem normalen Gitternetz auch ein Fadenkreuz sowie ein „Goldener Schnitt“-Gitternetz einblenden.
Die Akkuleistung ist ebenfalls sehr überzeugend, ich kam bei meinem Zoobesuch auf über 300 Bilder. Besonders hervorzuheben ist das recht geringe Bildrauschen und die vorbildliche Bildsensorreinigung. Da sie sich jedes Mal beim Einschalten der Kamera aktiviert, habe ich bei jedem Objektivwechsel die Kamera vorher ausgeschaltet, um sie nach dem Ansetzten der Optik wieder einzuschalten.
Kein einziges Bild zeigte dabei am Ende Staubflecken, so dass ich beim Bearbeiten der Fotos auch nichts dergleichen zu retuschieren hatte!
Die Software
Die mitgelieferte Software deckt die wichtigsten Funktionen beim Archivieren und Nachbearbeiten ab. Die Bearbeitung und anschließende Konvertierung von RAW-Bildern in JPEG läuft absolut problemlos. Neben dem Programm für Panoramafotos (Dafür müssen Sie jedoch XD-Speicherkarten nutzen, da diese Funktion nicht über CF-Karten unterstützt wird) steht noch ein Programm für Diashows und E-Mailversand zu Verfügung. Die Software lässt sich kinderleicht und sehr logisch bedienen.
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Mit dem Teleobjektiv lassen sich Ent-
fernungen gut überbrücken und weiter
entfernte Objekte heranholen. |
Auch Macro-Aufnahmen sind mit der
E 410 möglich.
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Fazit
Die E 410 kostet im Kit mit den zwei Objektiven ca. 1.000 Euro und ist wunderbar klein und leicht: zusammen mit beiden Objektiven und dem Ladegerät wiegt die ganze Ausrüstung weniger als 1 Kilo, was sie zu einer idealen Kamera für Urlaub und Reise macht. Besonders hervorzuheben ist die Bildsensorreinigung: Ich habe bisher nichts Besseres kennen gelernt. In punkto Bildqualität ist sie auf der Höhe der Zeit und ihre umfangreiche Ausstattung lässt wenig Wünsche offen. Ein kleines Manko ist der nicht ganz so schnelle Autofokus bei bewegten Motiven, was aber bei einer leichten Reisekamera zu verkraften ist. Wer eine Kamera sucht, die zusätzlich eine Bildstabilisierung haben soll, der sollte sich für ca. 100 Euro Aufpreis die etwas größere E 510 ansehen. Diese verfügt über einen stabilisierten Bildsensor mit identischer Leistung.
Weitere Infos unter www.olympus.de
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