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Buchbesprechung: Das Praxisbuch für den digitalen Foto-Workflow |
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Geschrieben von Andy Moraine
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Mittwoch, 13 August 2008 |
Istvan Velsz hat für den Verlag Galileo Design zu Adobes Photoshop Lightroom das Buch „Das Praxisbuch für den digitalen Foto-Workflow“ geschrieben. Das Buch ist in elf Kapitel untergliedert und erläutert die Arbeitsweise eines professionellen Fotografen.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei allerdings auf der Präsentation der Fähigkeiten Lightrooms und anderer Produkte aus dem Hause Adobe. Der Workflow ist der Aufhänger. Die Kapitel „Farbmanagement“ und „Das RAW-Datenformat“ runden das Buch inhaltlich ab. Das Buch richtet sich an den Leser, der erstmals in die Thematik des digitalen Workflows eintaucht.
In der „Einleitung“ erfährt der Leser etwas zur Entstehung und Entwicklung von Lightroom sowie eine kurze Zusammenfassung der folgenden Kapitel. Dennoch findet sich in dem Kapitel auch schon der eine oder andere Tipp zum Workflow.
„Arbeitsweisen von Lightroom“ erläutert die Idee hinter Lightroom und die Abläufe, die Lightroom im Vergleich zu anderen Tools in dieser Kategorie auszeichnen. Interessant hier der breit gefasste Ansatz des nicht destruktiven Arbeitens. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wird dieser Ansatz hier betont. Das Kapitel erklärt auch Zweck und Verwaltung der Metadaten und gibt einen kurzen Überblick zu den einzelnen Varianten von Metadaten (EXIF, IPCT).
Fabrmanagement und RAWIm Bereich „Farbmanagement“ werden die Grundzüge des Farbmanagements angerissen und dem Leser in verdaulichen Häppchen serviert. Das Farbmanagement in Lightroom wird verständlich erläutert und ist auch für Laien gut verständlich. Die Kalibrierung des eigenen Monitors mit unterschiedlichen Hilfsmitteln hilft gut weiter, einen Eindruck zu erhalten, wie ein Monitor zur möglichst passenden Farbdarstellung gelangt.
Das Kapitel „Das RAW-Datenformat“ erklärt die Grundzüge der Technik, die hinter dem Fotografieren liegt und erklärt wie aus Photonen verwertbare Daten werden. Der Unterschied zwischen verlustbehafteten Formaten und dem favorisierten RAW-Format. Eine durchaus kritische Auseinandersetzung mit dem Adobe-eigenen Format DNG rundet das Kapitel ab.
Oberflächen und KatalogeIm Kapitel „Die Arbeitsoberfläche“ kommt der Leser Lightroom erstmals nahe. Die einzelnen Elemente der Arbeitsoberfläche werden vorgestellt und wenn diese einstellbar sind, wie es die Erkennungstafel ist, auch die Einstellungsmöglichkeiten gezeigt. Das Kapitel behandelt dabei nicht die Arbeitsweise mit den einzelnen Modulen, sondern nur die Möglichkeiten der Oberfläche.
„Arbeiten mit Katalogen“ dringt in die Philosophie von Photoshop Lightroom und vermittelt dem Leser die Möglichkeiten und Einschränkungen, die damit einhergehen. Istvan Velsz erläutert den Umgang mit den Katalogen und seinen Eigenschaften. Zu diesen Eigenschaften gehören auch die Möglichkeiten zur Optimierung des Kataloges oder die automatische Sicherung des Kataloges. Vorschläge, wie man Kataloge verwendet und wie diese mit Bildern befüllt werden, runden das Kapitel inhaltlich ab.
BibliothekDas zentrale Element der Oberfläche ist „Das Bibliothek-Modul“. Es ist die grafische Darstellung der im vorherigen Kapitel erklärten Kataloge. Das Bibliothek-Modul stellt für den Anwender alle relevanten Schnittstellen zur Organisation und Verwaltung der Bilder zur Verfügung. Bereits beim Import der Bilder bietet Lightroom viele Möglichkeiten, die Bilder zu organisieren. Das Buch führt gut durch die Vielfalt der einzelnen Möglichkeiten ohne den Leser mit Unnötigem zu belasten. Eine Raster- und Lupensicht ermöglichen dem Anwender eine einfache Beurteilung seiner Bilder. Der Rest des Kapitels befasst sich mit der Verwaltung der Bilder (Organisieren der Bilder in Ordnern, Stapelverarbeitung, Bilder bewerten, Kollektionen, Verschlagwortung, Suche, Export). Obwohl das Kapitel hauptsächlich um die Organisation und Verwaltung der Bilder erarbeitet, finden sich auch Hinweise zur Sprühdose (Parameter auf Bilder übertragen) und der Ad-Hoc-Entwicklung. Diese Art der Entwicklung hat das Ziel, viele Bilder auf einmal zu konvertieren. Eine Vergleichsansicht und eine Überprüfungsansicht runden das Kapitel ab und ermöglichen einen fast vollständigen Workflow (wenn auch in etwas eingeschränkter Weise) für den Digitalfotografen.
Entwickeln?„Das Entwickeln-Modul“ ist das Modul, über das die Bearbeitung einzelner Bilder im Speziellen ermöglicht wird. Unzählige Optionen bieten dem fortgeschrittenen Anwender ausgesprochen vielfältige Möglichkeiten zur Bearbeitung der Bilder. Hier bieten sich die Möglichkeiten der Bildkorrektur, die bereits sehr umfangreich ist. Die beginnt mit der farblichen Korrektur, dem Schärfen und geht bis zur Korrektur von optischen Fehlern, dem Farbmanagement und der einfachen Korrektur stilistischer Mängeln. Adobe hat hier eindeutig aus der Erfahrung in anderen Tools wie Photoshop CS oder auch Photoshop Elements gelernt und die beliebtesten und wichtigsten Elemente der einfachen und schnellen Bildbearbeitung in Photoshop Lightroom übernommen.
Das neunte Kapitel „Das Diashow-Modul“ führt Schritt für Schritt durch die Möglichkeiten, Präsentationen zu erstellen. Hier sieht der Autor des Buches allerdings einen der Schwachpunkte in Photoshop Lightroom: Diashows lassen sich nicht abspeichern. Lediglich die Vorgaben für die Erstellung einer Diashow lässt sich als Vorlage speichern und später wieder verwenden. Erstellte Präsentationen können exportiert werden, aber anschließen nicht mehr verändert werden. Sie werden als PDF erstellt.
„Das Drucken-Modul“ ist eine wichtige Art für den Fotografen sein Portfolio zu präsentieren. Zwar werden Kontaktbögen zunehmend von Diashows zur erstmaligen Präsentation abgelöst, dennoch als Referenz sind und bleiben Kontaktbögen weiterhin die erste Wahl. Der Autor erläutert die Möglichkeiten zur Erstellung von Kontaktbögen. Der Anwender wird auch drauf hingewiesen, dass die Möglichkeit besteht, mit Farbprofilen zu arbeiten. Auch im Drucken-Modul kann der Anwender mit Vorlagen arbeiten.
Im WebDas Kapitel „Das Web-Modul“ widmet sich den Möglichkeiten eine browserbasierte Internetpräsentation zu erstellen. Hier stellt Photoshop Lightroom zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Einerseits als HTML-Präsentation oder auf der anderen Seite als Flash-Präsentation. Der Autor beschreibt beide Möglichkeiten, ohne eine der beiden zu empfehlen. Der Leser kann mit Hilfe der Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten, die für ihn passende Variante wählen. Gut beschrieben ist auch die Möglichkeit, alternative Galeriedesigns aus dem Internet herunterzuladen und in Photoshohp Lightroom zu integrieren. Diese Galeriedesigns bieten dem Anwender gegenüber der Basisfunktionalität deutlich mehr Möglichkeiten und weiten den Gestaltungsspielraum des einfachen Anwenders erheblich aus.
DVDAm Ende des Buches erklärt der Autor noch die Struktur der beiliegenden DVD und weist auf mögliche Inkompatibilitäten der Demoversion zu Mac OS X „Leopard“ 10.5 hin. Zusätzlich bietet die DVD noch weitergehende Infos zu verschiedenen Themen an. Alle diese Informationen aber auch die Demoversion sind ohnedies im Internet erhältlich. Da immer wieder neuere Versionen erscheinen, ist es auch tatsächlich besser, diese direkt aus dem Internet zu beziehen. Somit bleiben nur noch die Demodaten als echter Mehrwert übrig.
FazitDer Autor bietet in dem Buch „Das Praxisbuch für den digitalen Foto-Workflow“ einen gelungenen Einblick in Adobes Photoshop Lightroom, ohne den Leser mit unnötigen Details zu langweilen. Für den fortgeschrittenen Anwender ist das Buch wenig hilfreich, da Lightroom ohnedies durch eine einfache Bedienoberfläche einen einfachen Einstieg ermöglicht. Einsteiger werden anhand des Buches durch die wesentlichen Möglichkeiten von Lightroom geführt. Istvan Velsz findet auch an der einen oder anderen Stelle durchaus auch Kritikpunkte an Lightroom und vermeidet es allzu offensichtlich, die Werbetrommel für das Produkt zu rühren.
Galileo Design
365 S., 2008, geb., komplett in Farbe, mit DVD
39,90 Euro, ISBN 978-3-8362-1097-3
Mehr Infos unter www.galileodesign.de
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