Fast jedes Mädchen und fast jede Frau träumt davon, ein berühmtes Model zu werden, über den Laufsteg zu schlendern, sich von den Titelbildern der Illustrierten selbst entgegenzulächeln, auf Plakatwänden den Betrachter zu betören und bewundert zu werden. Ein Traum, den viele träumen, aber nur ganz wenige erreichen.

In Anzeigen von vielen Model- oder Casting-Agenturen und manch anderen Anbietern wird immer wieder in den schillerndsten Farben dargestellt, welch große Karriere vor einem liegt. Bei so genannten „Castings“ wird unbedarften Nachwuchsmodels ohne Hemmungen geschmeichelt und es wird ihnen das Blaue vom Himmel erzählt, in vielen Fällen leider einzig und allein mit dem Ziel, dem zukünftigen Model das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Erst soll ein Kurs – natürlich gegen Gebühr – belegt werden, dann müssen auf jeden Fall - gegen üppiges Honorar - Probeaufnahmen gemacht werden und als Krönung soll dann auch noch ein Vorschuss für Sedcard, Promotion oder Katalogpräsentation bezahlt werden. Da ist schnell der eine oder andere Tausender weg.
Und der Erfolg? Das hoffnungsvolle Nachwuchsmodel wartet und wartet, wird älter, wird vertröstet und sonst passiert nichts. Also wird das potenzielle Model einen anderen Weg versuchen, eine andere Agentur aufsuchen - wieder Kosten und wieder warten. Passieren wird aber erfahrungsgemäß auch da nicht viel, wenn wieder nur den Sprüchen der Anbieter geglaubt wird. Das Einzige, was passieren wird: Man ist um eine (oder auch mehrere) Erfahrung reicher und das eingesetzte Geld ist für immer weg.
Es geht auch andersZugegeben, es gibt den berühmten „Zufall“, wie er z.B. Claudia Schiffer passierte, die in einer Disco von einem echten Modelscout angesprochen wurde oder Kate Moss, die jemand ganz schlicht im Urlaub in einem Hotel in Florida entdeckte.
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Weder Anzug noch nettes
Lächeln sind Merkmale,
die alleine einen seriösen
Fotografen auszeichnen.
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Darauf kann und sollte man sich aber nicht verlassen, sondern sich mit solider Planung eine gute und sichere Basis schaffen.
Was braucht man?Zuerst einmal gute Fotos, die den „Typ“ zeigen. Leider gibt es immer wieder so genannte „Fotografen“, die im Zeitalter von Autofokus, Digitalfotografie, Bildbearbeitungsprogrammen und anderer Hilfsmittel zwar Fotos knipsen können (mehr ist es in den meisten Fällen wirklich nicht) oder auch nur am nackten Fleisch junger Mädchen interessiert sind. Diese sind für ein ernsthaft an einer Modelkarriere interessiertes Mädchen das Geld oder die Zeit meistens nicht wert.
Außerdem gibt es auch – durchaus gute – Fotografen, die eigentlich nur mit der Unerfahrenheit des Models Geld verdienen wollen, z.B. durch überteuerte Sedcard-Fotos oder ähnliches.
Seriöse Fotografen?Es gibt seriöse Fotografen! Nur wie soll das angehende Model diese erkennen?
Auf jeden Fall muss von vornherein ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Model und dem Fotografen hergestellt werden oder schon, weil man sich bereits kennt, vorhanden sein. Auch über die Kosten sollte man sich vorher einig werden und natürlich auch darüber, was mit den entstandenen Fotos letztendlich geschehen soll. Zur Präsentation werden natürliche Portrait- und Ganzkörperfotos gebraucht, auf denen man das Model gut erkennen kann (also keine künstlich geglätteten oder sonst unkenntlich bearbeitete Fotos), dazu einige Fotos in verschiedenen Outfits und solche, die den Typ bzw. die Vielseitigkeit des Typs zeigen. Hier sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt, es richtet sich nur nach dem Aussehen und den Wünschen des Models und des Fotografen. Die Fotos selbst können farbig oder schwarz/weiß sein.
Eine pfiffige SedcardEs gibt viele Möglichkeiten, eine Sedcard zu erstellen - auch preisgünstige. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es gibt auch gute und günstige Druckereien, die diese Ideen umsetzen können. Das muss aber von Fall zu Fall entschieden werden und vielleicht ist es manchmal sogar ratsam, mit einer gedruckten Sedcard zunächst zu warten, denn manche großen, seriösen Agenturen übernehmen die Kosten der Karte, wenn sie von der Person des Models überzeugt sind.
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Wer gut überlegt, ob sich eine Investition lohnt,
kann viel Geld sparen.
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Eine Internetpräsentation
Das Internet ist zweifelsohne der Markt der Zukunft und schon viele Models sind über das Internet vermittelt worden oder haben sogar ihre Karriere hier gestartet. Doch muss man die Seriosität der jeweiligen Anbieter genau prüfen. Es ist leider eine Tatsache, dass viele so genannte „Agenturen“ eigentlich keine Model-Agenturen sind und in Wahrheit etwas ganz anderes wollen. Außerdem gibt es in diesem „wilden weiten web“ einige Agenturen und Manager mit Exklusivverträgen oder solche, die sich für die Präsentation überdurchschnittlich hohe direkte oder indirekte Kosten bezahlen lassen wollen. Bevor man viel Geld für eine Präsentation bezahlt, sollte man sich vorher genau informieren! Nachher ist es zu spät! Wichtige Fragen sind immer: Wer steckt dahinter? Wie sind die Chancen? Gibt es ein Profil dieser Agentur und ein offizielles Impressum auf der Seite, aus dem ich erkennen kann, wer sich hinter einer Agentur verbirgt?
Natürlich kann man sich auch mit einer eigenen Seite im Web zeigen, aber das ist ein Kostenfaktor, der wahrscheinlich in keinem Verhältnis zum Erfolg steht.
Ein ganz wichtiger Tipp noch zum Schluss: Erfolg kann man nicht garantieren - das kann keiner! Deswegen sollte man diesbezüglichen Versprechungen schnellstens aus dem Weg gehen.
Horst Galuschka arbeitet seit über 20 Jahren als freiberuflicher Fotograf/Fotodesigner in der Medienstadt Köln für zahlreiche Zeitschriften, Sendeanstalten, Werbe- und PR-Agenturen, Labels usw.
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