La Garda - Fotografie • Models • Make-up
La Garda

   
Norbert Rosing, per Du mit dem Eisbaer
Geschrieben von Valeria Diefenbach   
Freitag, 17 April 2009

norbert-rosingaufmacherDenkt man an Eisbären, hat man meistens ein Bild im Kopf, das Norbert Rosing gemacht hat. Der sympathische Fotograf ist DER Eisbärfotograf schlechthin. Doch auch seine anderen Arbeiten, besonders über Natur in Deutschland verdienen Aufmerksamkeit.
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Wann hatten Sie das erste Mal eine Fotokamera in der Hand?
Anfang der 1970iger Jahre, als ich anfing zu reisen.

Sie sind ja für Ihre Arktis- und Eisbärfotos berühmt. Wie sind Sie zur Natur- und Tierfotografie gekommen?

Auch das hat sich in dieser Zeit entwickelt. Aber richtig angefangen hat es Ende der 1980iger, als ich mit der Eisbärenfotografie begann.

Was wollen Sie mit Ihren Fotos beim Betrachter erreichen?
Ich möchte meine Faszination der Tiere, der Natur und dem brillanten Bild den Menschen näherbringen. Durch Diavorträge und exzellente Bücher.

Hat Ihre Frau auch eine Leidenschaft für das Fotografieren? Wenn nicht, wie unterstützt  sie Sie bei Ihren Projekten?
Nein, meine Frau fotografiert nicht. Sie findet aber viele Motive, da sie sich für Botanik und auch Tiere interessiert. Sie ist mein wichtigster Assistent und führt mein Büro.


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Haben Sie ein fotografisches Vorbild?
Guido Mangold, ein erstklassiger Fotograf und sympathischer Mensch. Er deckt eine unglaubliche Bandbreite ab von Mode über Erotik über Landschaft bis zu Portraits. Er fotografierte unzählige Geschichten für GEO und andere Magazine. Ich sah einen Diavortrag von ihm im letzten Jahr. Seitdem ist er mein Vorbild.

Haben Sie ein Lieblingsbild?
Mein auf dem Eis liegender Eisbär. Es passte einfach alles - das trübe Wetter, das graue Eis und die Position, in der der Bär lag. National Geographic hat das Bild entdeckt und es berühmt gemacht.
Es gibt noch sehr viele andere Lieblingsbilder anderer Fotografen, aber das würde hier zu weit führen.

Welches Tier fotografieren Sie am liebsten?
Neben Eisbären fotografiere ich sehr gerne Eisfüchse, Elfenbeinmöwen und Küstenseeschwalben. Alle sind sehr grazil und haben Charakter.
Inwieweit setzen Sie sich für den Erhalt der Lebensräume der Tiere ein, die Sie fotografisch festhalten?
Durch meine Vorträge und Bücher. Außerdem bin ich aktives Mitglied von Polar Bears International PBI, die sich für den Erhalt der Eisbären und des arktischen Lebensraumes einsetzen.norbert-rosing

Haben Sie einen Wunsch, den Sie gerne einmal fotografisch umsetzen wollen?
Das perfekte „Eisbär mit Jungen“-Foto nur mit meinen Guides ohne Touristen und Kollegen. In Ruhe und Frieden.

Wie kam es dazu, dass Sie anfingen Deutschland fotografisch einzufangen?
Nach der Wende wurde ich in die neuen Bundesländer geschickt und ich sah die unberührte Natur z. B. im Elbsandsteingebirge. Es gab über diese Gebiete so gut wie kein gutes Bildmaterial. Es war einfach faszinierend und ich sagte mehrere Auslandsreisen ab. Seit 20 Jahren fotografiere ich nun auch Deutschland mit zunehmender Begeisterung.

Welches Equipment nutzen Sie für Ihre Fotografie?
Ich fotografiere seit 20 Jahren mit dem Leica R-System von R6 bis R9 und allen Objektiven die ich benötige vom Fisheye bis 800er Tele.

Warum sind Sie bisher nicht auf die Digitalfotografie umgestiegen? Wird dies irgendwann einmal der Fall sein?

Ich komme mir vor wie ein einsamer Rufer in der Wüste. Fast alle Kollegen sind mehr oder weniger glücklich oder zähneknirschend umgestiegen. Die meisten von ihnen denken nicht mehr über die analoge Zeit nach. Es ist Vergangenheit. Sie sitzen zwar wochenlang vor den Computern, investieren tausende von Euros in immer neue Programme und Technik und nehmen doch immer weniger Geld ein. Das digitale Zeitalter hat uns eine ungeheure Bilderschwemme beschert. Es wird "ge-Photoshop-ed "auf Teufel komm raus.
Wenn ich heute zu den Eisbären fahre sitzen die digitalen Kollegen neben mir und belichten 3.000 und mehr Bilder pro Tag. Zwei Bilder werden schon o.k. sein, kostet ja nichts. Fehlbelichtungen und Unschärfen gibt es fast nicht mehr. Lightroom richtet auch das. Das abendliche gemütliche Beisammensitzen ist auch Vergangenheit. Die Bilder müssen geladen und bis weit in die Nacht gesichtet werden. Die besten Bilder werden dann schon über Sat. Phone an die Agentur geschickt (man muss der erste sein) oder in Fotoforen im Internet veröffentlicht werden. Ohne einen Cent daran zu verdienen versteht sich.
Inzwischen gibt es, seit Anbruch des digitalen Zeitalters, eine solche Masse an Eisbärenbildern, dass sie so gut wie unverkäuflich geworden sind.
Ich stelle auch immer wieder fest, dass die digitalen Bilder alle gleich aussehen, ob auf dem Laptop oder auf der Leinwand, perfekt, hell, scharf, aber ohne Leben. Jedes Schneebild, ob bei grauem Himmel oder blauem Himmel, ist immer weiß. Auch die meisten Eisbären sind heute weiß. Ich habe noch keinen weißen Eisbären gesehen. Meine waren alle gelblich.
So lange es geht, werde ich weiterhin auf Film mit meinen Leica-Objektiven fotografieren. Warum? Weil es einfach Spaß macht! Für mich gibt es nichts Schöneres, als am Abend eine volle Tasche mit belichteten Filmen zu haben, sie irgendwann zum Labor zu tragen (Bildmanufaktur München) und die Bilder dann brillant und in voller Farbenpracht auf dem Leuchtpult zu betrachten. Auch in einer echten Diashow ist das Bild nach wie vor unschlagbar, wenn der Projektor, die Leinwand und der Abstand stimmen. Und - ich fotografiere in Ruhe, vom Stativ und ohne Laptop. Ich muss auch mein Bild nicht sofort sehen - brauchte ich 30 Jahre lang nicht - warum jetzt?

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Leider hat nun auch Leica seit März die Produktion „meines“ analogen R-Systems eingestellt. Auch Leica muss sich dem Zeitgeist anpassen und arbeitet mit Hochdruck an digitalen Kameras. Ich bin mir natürlich bewusst, dass der Zug längst in eine andere Richtung fährt. Alleine schon die Bildagenturen, solange es noch welche gibt, zwingen einen, auf Digital zu gehen. Aber fragen sie doch mal die Kollegen: Wer verdient denn heute mit Naturbildern mehr als vor der digitalen Zeit? Fast alle unsere Publikationsmöglichkeiten sind pleite gegangen. Außer GEO und National Geographic ist doch fast nichts mehr da. Jeder stellt nun alles ins Internet. Wer verkauft denn wirklich gut über diese Schiene? Besonders die Leica Hardcore Fotografen leiden am meisten unter der Entwicklung der letzten Jahre. Ein Leica-Objektiv mit Velvia 50 Bild ist für Anwendungen in Kalendern, Büchern und Magazinen so gut wie unschlagbar. Wie also kann ich mein jetziges Bild verbessern? Auf sehr vielen Foto-Festivals und Vorträgen sowie Workshops habe ich noch keine Lösung gesehen. Damit stehe ich nicht alleine. Es gibt noch viele Film-Fans - doch sie sind still, trauen sich kaum mehr aus der Deckung. Noch wollen einige Buchverleger und Kalenderverlage am liebsten Dias, aber nur auf Anfrage.
Viele Kollegen, auch in Amerika, haben die Fotografie aufgegeben. Sie hatten einfach keine Lust mehr. Viele sind pleite gegangen. Mit der digitalen Einführung kamen viele auf den Markt, die keine Ahnung von Fotografie hatten und haben. Das sind aber heute die neuen Könige. Sie kommen aus der Computer-Welt.
Wie heißt es so schön: sei geschmeidig und anpassungsfähig und du hast keine Schwierigkeiten. Ich hatte immer schon Ecken und Kanten. Noch macht mir die „alte“ Fotografie Spaß. Ob ich auch irgendwann „Mainstream“ gehe? Wer weiß.

Welches ist die nächste Foto-Reise, die Sie unternehmen werden?

Jetzt während der Frühlingsblüte geht es in deutsche Parks. Das Auto ist gepackt. Nun muss der Wetterbericht passen.

Können Sie unseren Lesern einen Tipp geben, wie auch sie ein gutes Tierfoto machen können?

Herausfinden wo das Tier lebt und dann: Geduld, Geduld

Mehr Infos unter www.rosing.de

Copyright Foto: Günter Lenz

Kommentare (3)add comment
Heiner Zumbrunn: ...
Hallo Gian-Carlo
als Schweizer kenne ich mich mit Kühe natürlich aus.
Die hellbraunen Kühe geben Milch, die dunkelbraunen Kaffe.
Die schwarz-weiss gefleckten Latte macchiato und die
braun weissen Cappuchino.
Und eine lila Milka Kuh gibt nur in den Alpen. Die habe ich
eigenäugig gesehen bei RTL.
Und was die zeigen stimmt!
:-)
Heiner
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April 24, 2009
Stimmen: +0
Gianfranco La Garda: ...
Hi Heiner!

Tja, so fragten die Grundschüler meiner Mutter diese mal bei einem Besuch auf dem Bauernhof, warum die Kühe schwarz-weiß und nicht lila seien. Zeiten ändern sich eben ;-)
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April 24, 2009
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Heiner Zumbrunn: Eisbären sind gelb
Ich bin auch ab und an im Reiche der Eisbären. Und weiss dass sie gelb sind.
Je nach Witterung sehr gelb bis crèmefarben. Hat man Glück, wenn einer
der riesigen Raubtiere sich räkelt kann man durch den Pelz die fast schwarze Haut
sehen, was bei den ersten Malen eines face to face sehr eindrücklich ist.
Dass Eisbären in der heutigen Zeit wie Plüschbären weiss sind, hat mit den Weissabgleichs-
möglichkeiten auf RAW zu tun. Und ein Eisbär ist kundengewollt weiss.
Können sie den Bären nicht weisser machen ist die Fragen von Bildkunden.....
Kann man...
Heiner
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April 24, 2009
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