Es war einer dieser wunderbaren Zufälle: Ich surfte durchs Netz, auf
der Suche nach einer Information über eine Kamera und stoße auf die
Seite von Klaus Ender. Nicht, dass Sie jetzt denken, Klaus Ender
betriebe eine Seite mit technischen Informationen über Kameras, nein,
nein, auf seinen Seiten zeigt der Fotograf Klaus Ender viele seiner
Werke und ich kann Ihnen sagen, ich war begeistert, welche Bilder ich
dort zu sehen bekam.

Schnell war ein Kontakt mit ihm hergestellt und die Idee geboren, ihn und seine Arbeiten einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen.
Klaus Ender ist schon seit vielen Jahren Fotograf und ernsthaft begonnen hat alles, als er 1960 als Amateur in den Kulturbund der DDR „Sektion Fotografie eintrat“. Schon bald folgte dem Eintritt in den Kulturbund der Austritt aus der Republik und Klaus Ender „machte rüber“ in den Westen. In den Fotogeschäften dort sah er erstklassige Bilder und dachte sich „Das kann ich auch“. So verfolgte er die Fotografie auch im neuen Land weiter und wurde 1966 Bildjournalist, was er über viele Jahre blieb, bis er 1980 auf die Art Photographie umsattelte. 2006 ist demnach also das Jahr, in dem Klaus Ender sein 40. Berufsjubiläum feiern kann.

Machte er früher vor allem Akt- und Landschaftsaufnahmen, widmet er sich heute nur noch Naturstudien, die er mit seiner eigenen Handschrift zu Kunstwerken der besonderen Art formt. Wie nicht anders zu vermuten, geschieht das zu 98 % Outdoor und die restlichen 2 % in einem kleinen Ministudio von Novoflex.
Auch in der Technik, die Klaus Ender einsetzt, zeigt sich seine lange Fotografenkarriere, sieht man sich die verschiedenen Kameramodelle an. Seine Canon N1 liebt er wegen des vielseitigen Zubehörs und ihrer Robustheit. Weitere Kameras, die er im Einsatz hatte oder hat: Kodak Retina 1b, Praktica, Pentacon Six, Minolta, Canon T 90, Leica R5 und R8, Zenza Bronica SQu-A und für schnelle Bilder Digi Minolta Dimage 2.
In Sachen Objektiv ist er ebenfalls gut ausgestattet: Fisheyes 16 mm, 17-35 mm, 28-105 IS, 75-300 IS, 100-400 IS und ein Makro 90, sodass er allen fotografischen Aufgaben gerecht werden kann.

Nach wie vor entstehen die meisten Bilder von Klaus Ender auf Dia-Film, der seiner Meinung nach weiterhin eine Rolle spielen wird, da viele Redaktionen und Verlage am Leuchtpult ihr Layout sehen und konzipieren wollen. „Sollten doch mal digitale Daten gefragt sein, scannt man die Dias und hat gleichwertige Dateien“ erzählt Klaus Ender. „ Zum Scannen benutze ich den AGFA Duoscan HID, um auch Daten zu haben, wenn ein Verlag es fordert und um mein Dia-Archiv abzusichern, falls Dias für immer verloren gehen. Die Dias archiviere im Journal-Technik System von Kunze. In sechs großen Schränken mit Lichtpult sind über 100.000 Dias gerahmt, beschriftet und archiviert. Die gescannten Daten werden auf CD-Rom und auf DVD gebrannt und liegen in Themen-CDs(z.B.: „Gräser“, „Seerosen“, „Bäche“, o.ä.) vor.
Natürlich lehnt er Digitalkameras nicht ab, denn für aktuelle Bilder, die er schnell ins Internet stellen muss oder von Redaktionen am gleichen Tag angefordert werden, hat er die oben genannte Dimage 2, die ihm dafür völlig ausreicht.

Doch bei aller technischen Ausstattung und Vielfalt legt Klaus Ender keinen gesteigerten Wert auf diese Technik: „Niemand kann einem Foto ansehen, ob es von einer Leica oder Olympus stammt. Die Kamera ist ein Werkzeug, das gekonnt bedient werden will. Ich arbeitete „zwangsläufig“ 20 Jahre lang mit Praktica und Pentacon six und trotzdem sind meine Bilder aus dieser Zeit so gefragt, wie heute meine Leica- oder Canon-Bilder“.
Ihm kommt es auf die eigene Handschrift eines Fotografen an. Er hat sich keiner Doktrin unterworfen, auch nicht im „Sozialismus“, als man „sozialistische“ Bilder von ihm forderte. Er sagte nein und fotografierte Akt & Landschaft. In Österreich sagte man ihm, wenn er keine „Action-Bilder“ mache, würde er nicht lange als Fotograf existieren, doch er fotografierte die Schönheit der Natur und illustrierte 120 Bücher. Im Laufe der Zeit sind so etwa 10.000 SW-Bilder und 105.000 Farbdias entstanden, die Ender auch in über 120 Büchern veröffentlicht hat.
Als seine größte Leistung sieht er seinen Kampf von 1964 bis 1975 für die paritätische Anerkennung der Akt & Landschaftsfotografie in der DDR, die er 1975 durch die Ausstellung Akt & Landschaft in Potsdam erreichte, die zum Leistungsvergleich der DDR - Fotografen wurde und 20 Jahre lang die Nr. 1 unter allen Ausstellungen war. Und auch, dass er als Autodidakt gegen alle Konkurrenz von Hoch- und Fachschulabsolventen bestehen konnte, macht ihn stolz.

Diese Grundsätze empfiehlt er anderen Fotografen: „Man sollte nicht ständig irgendwelchen „Strömungen“ nachlaufen, sondern seinen eigenen Stil findet. Man kann Bewährtes ja trotzdem aufnehmen, abwandeln und eigene Akzente setzen, ohne es zu kopieren oder zur Masche werden lassen“.
Seine Einstellung zur Fotografie spiegelt sich eindrucksvoll in seinen Bildern wieder, insbesondere seine Farbaufnahmen strotzen vor unglaublich schönen und kräftigen Farben. Sein Geheimnis: „Ich arbeite nur mit dem Dia-Film Fuji Sensia 100. Ich belichte knapp, um satte Farben zu erhalten, fotografiere aber auch teilweise mit Filtern, aber vor allem mit Gegenlicht, das die beste Voraussetzung für die Filterfotografie ist. Eine Nachbearbeitung am PC erfolgt nicht. Zum Glück ist mir das Sehen gegeben. Ich empfinde alle sinnlichen Eindrücke sehr stark und schulte mich durch die Natur, Ausstellungen, Bildbände, etc. Die Technik musste ich zwangsläufig erlernen, aber wenn man etwas liebt, macht man es gern und gründlich. Das Sehen ist nur bedingt erlernbar, meist ist es guten Fotografen gegeben“.
Neben seinen Naturfotografien ist Klaus Ender auch ein aktiver Schützer und Bewahrer der Natur, die er so liebt. Mit seinem Projekt „Sorgenkind Rügen“ kümmert er sich um den Erhalt seiner Heimat. „Ich liebe die Natur über alles und sehe fast täglich, wie sie ruiniert wird. Seitdem es Motorsägen gibt, ist die Ehrfurcht vor Bäumen verschwunden und ein Baum, der 200 Jahre zum Wachsen brauchte, ist in 5 Minuten gefällt. Wir haben verlernt, „mit der Natur zu Leben“ und nutzen sie nur noch aus“ erzählt Klaus Ender. „Durch den Irrglauben, dass der Mensch alles regulieren kann, wird unendlich viel Natur vernichtet und zu Tode gemäht. Die Homepage (www.sorgenkind-ruegen.de ) des Projekt soll zum NACHDENKEN anregen, ehe es zu spät ist.
Klaus Enders Tipps für Fotografen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen:
Wie kann ich den Blick schulen?
Mit wachen Augen in die Natur gehen, in ihr findet sich alles, was ein Fotograf braucht: Weitsichten, Details, Licht und Schatten, räumliche Tiefe, Farben, Kontraste. Alle Arten des Lichtes, (Gegenlicht, Seitenlicht) und das Werden und Vergehen der Natur. Sie ist ein beispielloser Lehrmeister. Man muss lernen, den „Dingen Bedeutung zu geben!“ Und zwar soviel, dass sie es wert sind, als Bild festgehalten zu werden.
Die richtige Technik und Ausrüsten
Eine Spiegelreflex-Kamera, 1 Objektiv kurzer Brennweiten (17-35), mittlerer Brenweite (28-135) und ein Tele mit 70-300 oder 400 mm. 1 Aufhellblitz, 1 gutes Polfilter, 1 Weichzeichner - und alles andere nach Bedarf. Nicht überfrachten, damit die Ausrüstung überschaubar und tragbar bleibt.
Weitere Infos und viele wunderschöne Bilder finden sich auf den Seiten von Klaus Ender:
www.klaus-ender.com
www.klaus-ender.de
www.ruegen-bild.de
www.sorgenkind-ruegen.de
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