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11 Fragen an: Tilla Pe
Geschrieben von Gianfranco La Garda   
Freitag, 21 September 2007

zigarre"11 Fragen an ...", die Serie auf La Garda stellt Fotografinnen und Fotografen mit einem kurzen Interview vor. Die Antworten auf die elf immer gleichen Fragen zeichnen ein Bild der Interviewten und ihrer Arbeit. In dieser Folge stellen wir die Fotografin Tilla Pe aus Ober-Ramstadt bei Darmstadt vor.
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Wie alt bist du?
Knackfrische 43 laut Ausweis. Manchmal fühle ich mich auch so.

Seit wann fotografierst du? 
Seit 1982. Mehr oder weniger. Eine lange Zeit sehr viel weniger, dann wieder sehr viel mehr. Inzwischen bestimmt die Fotografie mein Leben und den Inhalt meines Kühlschranks.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Mein Vater hat fotografiert, mein Großvater hat fotografiert, mein Sohn fotografiert auch – die Liebe zurheimlich Fotografie scheint in unserer Familie genetisch bedingt zu sein. Als weibliches fotografierendes Mitglied tanze ich ein wenig aus dieser Reihe, aber das ist für mich als Person nicht ungewöhnlich.

Warum fotografierst du?
Weil in meiner Brust ein Künstlerherz wohnt? (lacht)
Quatsch! Ich habe neben meiner Leidenschaft für gute Bildern einen ausgesprochenen Hang zu guten Geschichten.
Fotografie ermöglicht mir, mit einfachen Mitteln ganze Geschichten zu erzählen. Ich kann zwar auch sehr gut mit Worten umgehen, aber für manche Geschichten gibt es eben keine Worte. Für eine Filmkamera bin ich zu doof.

Fotografieren beruhigt mich, gibt mir meinen täglichen Schub an Hirnaktivität, kann meine inneren Bilder darstellen und sorgt dafür, dass ich mich wohl fühle.
Letztendlich bringt es mir Geld & Ruhm.
Ersteres ist mir allerdings lieber, da bin ich ganz pragmatisch.

Welche Art von Fotos machst du?
Ich habe mich der Menschenfotografie verschrieben, was allerdings nicht bedeutet, dass ich nicht auch mal einen gefrorenen Grashalm oder eine kesse Hundeschnauze fotografiere. Hauptsache, meine Bilder erzählen etwas.
Ich mache neben Reportagefotografie viele erotische Arbeiten, habe sehr oft Männer vor der Kamera und fotografiere PornArt im Team mit meinem Lieblingsmenschen.
Außerdem arbeite ich an Buchillustrationen und übernehme Marketingaufträge. Sonnenuntergänge fotografiere ich nie. Die nehme ich nur mit der Netzhaut auf.

 

 

Mit welcher/welchen Kamera/s arbeitest du und warum?
Ich arbeite mit der Pentax MEsuper, der Olympus OM-1, einer Paul Zeh Bettax von 1932, der Agfa Clack, der Voigtländer Vito IIa (die letzte Kamera meines Großvaters), der Baby Ikonta von Zeiss (solange es 127er Filme gibt), der Kiev 60, der Paxina von Braun (die Konfirmationskamera meines Vaters), der Lubitel 166B …, um es kurz zu machen, ich arbeite mit allen Kameras, die mein Schrank her gibt und das sind inzwischen eine ganze Menge.
Ich habe gelernt, dass jede Kamera ihre eigene Abbildungsart hat und es gibt so viele Situationen, in denen ich weiß, dass jetzt genau diese eine Kamera die richtige für diese eine Situation, das Genre, diese Bildstrecke ist.beruehrungen
Digital setze ich die Pentax *istD ein – allerdings ausschließlich mit den „alten“ analogen Objektiven.
Meistens laufe ich wie ein Packesel durch die Gegend.

Welche Objektive setzt du ein und warum?
Grundsätzlich niemals Objektive mit Autofokus.
Wenn ich mit einer Kamera mit Wechselobjektiven arbeite: 50 mm. Weil es meinem Kompositionswahn am ehesten entgegen kommt. Manchmal 100 mm, seltener 35 mm. 28 mm liegen mir nicht so wirklich, für Fisheye dagegen bin ich immer zu begeistern.
Ich nehme ausschließlich Festbrennweiten, so lange mich meine Füße noch tragen. In hohem Alter muss ich mir etwas einfallen lassen, vielleicht findet sich bis dahin noch jemand, der mich schnell genug dahin trägt, wo ich sein will.

Welche Locations (Studio, Outdoor, On Location) bevorzugst du und warum?
Hotelzimmer, denn sie haben einen so wunderbar morbiden Charme. Badezimmer, Arbeitszimmer, Küchen, Schlafzimmer, Wohnzimmer, denn sie kommen meiner Art und Weise Bilder zu konzeptionieren am nächsten.
Alle Orte, die die Welt da draußen hergibt. Mit und ohne Dach. Niemals Studio, das ist mir zu unpersönlich, zu technisch, zu kalt.

Hast du einen Fotografen als Vorbild?
Jein. Ich habe Lieblingsfotografen, deren Arbeiten ich bewundere, denen ich aber nicht zwingend nacheifern muss und möchte. Allerdings haben sie mich geprägt. August Sander, Art Kane, Zille, Michael K. Trout, Annie Leibowitz, Jim Rakte, Youssuf Karsh, Jim Zimmermann …

Welches ist dein Lieblingsbild und warum?
Ein einziges Lieblingsbild ist mir zu wenig. Ich habe mehrere. Und es werden auch nach und nach immer mehr. Da steckt schließlich mein Herzblut drin. Die Serie „Heimlichkeiten“ gehört dazu, ebenso wie einige, die unter FSK 18–Verschluss sind.

Was ist dein Wunsch oder Traum für deine Fotografie, die du gerne einmal umsetzen würdest?
Ich bin bereits dabei, meine Wünsche und Träume für meine Fotografie umzusetzen. Alles das aufzunehmen, was in meinem Kopf herumspukt und immer wieder neue Spukereien in meinem Kopf einzusammeln, damit mir nie die Geschichten ausgehen.
Ein großer Wunsch ist natürlich der, bis ins hohe Alter fotografieren zu können. So lange die Sehkraft mitmacht. Und die neuesten technischen Entwicklungen auf dem analogen Markt stimmen mich da doch sehr zuversichtlich.


Weitere Infos unter www.spuer-sinn.net/blog3/




 

 

 

 







Kommentare (4)add comment
Paulo: ...
Ich kenne auch viele Bilder von Tilla, die wirklich rechtfertigen da sie hier hier im Interview vorgestellt wird. Das sind doch Neider, die ihr das nich gnnen.

Paulo
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Oktober 31, 2007
Stimmen: +1
Tricia: ...
Da ist wohl jemand neidisch? Billige Nummer lieber Akt oder Jens oder wie du auch heien magst.
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Oktober 31, 2007
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Akt: ...
Ach, die Tante, aus dem joyclub.de !
Groes Mundwerk und nichts dahinter. Schlechtere Fotos von einer(angeblich) prof. Fotografin, sieht man selten.
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Oktober 30, 2007
Stimmen: +0
Jens: ...
Ja, wieder so ein(e) "Analog-Fetischistin"...

"Hast du einen Fotografen als Vorbild?"
... Michael K. Trout :-))
Ist das geil, da sind dann wieder alle Durchgeknallten aus dem Joyclub vereint... nee, der Alexander Hahl fehlt noch. Total lustig, im Joyclub macht die Truppe voll die Welle, weil nmlich in allen anderen Foren und Communities sich kein Mensch fr sie und ihre grauenhafen Fotos und vor allem dmlichen Kommentaren interessiert.
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Oktober 05, 2007
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