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"11 Fragen an ...", die Serie auf La Garda stellt Fotografinnen und Fotografen mit einem kurzen Interview vor. Die Antworten auf die elf immer gleichen Fragen zeichnen ein Bild der Interviewten und ihrer Arbeit. In dieser Folge stellen wir den Fotografen Stefan Nagott aus Hamburg vor.

Wie alt bist du?
Ich bin 1979 geboren und gehe hart auf die 30 zu.
Seit wann fotografierst du?
Weil ich es schon als Kind nicht mochte fotografiert zu werden habe ich als 6-7 Jähriger Jung eine „Kodak Ritsch Ratschkamera“ von meiner Oma geschenkt bekommen, damit ich endlich auch mal zurückschießen konnte. Schon damals konnte ich es nicht abwarten, die gemachten Bilder endlich in die Hände zu bekommen.
Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Lange Zeit waren durch schlimme Umstände in meinem Leben die verschiedenen Leidenschaften, zu der auch das Fotografieren gehört, weit in den Hintergrund gerückt.
Nachdem ich mit meiner jetzigen Frau zusammengekommen bin und sie etwas Ruhe in mein Leben brachte, ist die Liebe zum Fotografieren relativ schnell wieder aufgeflammt und von der 3-MP-Digiknipse zur ersten digitalen Spiegelreflex waren der Weg und die Zeit nicht besonders lang.
Ein Lebenstraum war es immer, das Fotografen Handwerk zu lernen, leider blieb mir das verwehrt. Auch ein bitterer Nachgeschmack meiner Vergangenheit und der damit verbundenen Schwierigkeiten. Davon Leben können wollte ich trotzdem, und so habe ich mich als Autodidakt und mit der Unterstützung meiner Frau und den beiden Fotografen Thorsten Moortz und Claus Döpelheuer irgendwie durch den Lernprozess bis heute durchgebissen.
Es gibt einen schönen Spruch: Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.
Und so lerne ich heute immer noch jeden Tag dazu, lese viel, probiere aus, mache Assistenzen usw.
Seid ca. drei Jahren bin ich nun künstlerisch aktiv und seit dem 01.03.07 habe ich „erst mal“ eine Halbtagsstelle mit Aussicht auf Vollzeit bei einem Fotografen in Bramfeld angenommen.
Was daraus wird ist noch ungewiss, mal schauen.
Warum fotografierst du?
Fotografieren ist das einzige außer meiner Familie, was mich wirklich glücklich macht und begeistern kann. Ich kann mich bei jedem guten Bild immer noch wie ein Kind freuen. Jedes gelungene Bild, jeder Schritt vorwärts, jede Modelanfrage, jedes Glänzen in den Augen der Betrachter meiner Bilder, jedes Lob macht mich einfach wahnsinnig glücklich.
Ich liebe und lebe Fotografie einfach.
Welche Art von Fotos machst du?
Schwer zu sagen. Hauptsächlich mache ich seit zwei Jahren Model- & Sedcardshootings in den Bereichen Portrait/Fashion/Beauty. On Location und teilweise auch im Studio, wobei meine Liebe den Gesichtern der Menschen gehört.
Meine zweite Leidenschaft gehört dem Ohlsdorfer Friedhof, wo ich viel Zeit verbringe, um Engelsstatuen zu fotografieren. Allgemein habe ich im letzten Jahr sehr viel S/W gemacht.
Ich mache aber eigentlich alles, was mir Spaß macht, ob das Nachtfotografie, Tiere, Makros, Produkt, Hochzeit oder Kinderfotografie ist. Alles wo ich auf den Auslöser drücken kann und wo ich das Gefühl habe ein gutes Bild könnte entstehen, erfüllt mich. Aus Glaubensgründen mache ich allerdings keine Aktfotografie. Dessousfotos sind meine persönliche Grenze, die ich mir gesetzt habe.
Mit welcher/welchen Kamera/s arbeitest du und warum?
Angefangen habe ich mir einer Canon 300D, ich bin aber nach nicht mal einem Jahr auf Nikon umgestiegen. Zurzeit nutze ich die D80, für mich die einzig in Frage kommende Alternative zur D200 und D2X. Ich mag die wertige Verarbeitung und die Benutzeroberfläche der Kamera, da ich viel spontan fotografiere, ist auch der schnelle Zugriff auf alle nötigen Funktionen ein wichtiger Punkt gewesen.
Welche Objektive setzt du ein und warum?
Ich besitze eine ganze Reihe im Brennweitenbereich von 18 - 300 mm von Nikon sowie Sigma. Hauptsächlich nutze ich mein Nikkor 50 mm 1:1,8 und mein 35 - 70 mm 1:3,3 - 4,5. Beides sind meine Lieblingsobjektive für fast alle Situationen.
Neu für mich entdeckt habe ich mein Sigma 180 mm 1:2,8, das eigentlich ein Makro ist, aber für Portraits ziemlich geil kommt, da es knackscharf ist. Nur ist es leider auch etwas schwer für lange Shootings.
Welche Locations (Studio, Outdoor, On Location) bevorzugst du und warum?
Auf alle Fälle Outdoor. Studio ist zwar warm und kuschelig, aber die neutralen Hintergründe gehen mir nach einer gewissen Zeit ziemlich auf den Geist. Die Umgebung eines Abbruchgeländes, dem Hamburger Hafen oder dem Freihafen und vor allen Dingen dem natürlichen Licht kann kein Studio der Welt etwas entgegensetzen.
Hast du einen Fotografen als Vorbild?
Ja, einige. Henry Cartier Bresson hat mich Inspiriert wieder mehr S/W zu machen, dann meine Mentoren Thorsten Moortz und Claus Döpelheuer, auch wenn sie das nicht gerne hören werden. Dann noch Peter-Hannes Lehmann. Er ist zwar „kein Fotograf“ sondern ehemaliger Spiegelredakteur und mittlerweile ein guter Freund für mich geworden. Er hat mir in einer Krise, wo ich schon aufgeben wollte, viel Mut gemacht, weiter zu machen.
Welches ist dein Lieblingsbild und warum?
Es sind eine ganze Menge an guten Bildern im Umlauf. Ich mag Bilder, wenn sie keinem Trend folgen, ein eigener Stil erkennbar ist und mit SW Bildern kann man mich leicht beglücken. Alles, wo man die Liebe, die im Bild steckt, sehen kann, mag ich eigentlich.
Was ist dein Wunsch oder Traum für deine Fotografie, die du gerne einmal umsetzen würdest?
Ich möchte meine Familie zu 100 % mit meiner Arbeit versorgen können. Bei der Masse an guten Fotografen in Deutschland eine schwierige Geschichte, aber ich bleib auf alle Fälle am Ball. Zum Zweiten möchte ich irgendwann einen Bilderband über einen Verlag herausbringen. Im Kleinen habe ich mir diesen Traum gerade erfüllt und in Eigenregie den Bildband „I am not the Model, I am the Photographer“ herausgebracht. Darin sind 39 meiner Arbeiten in SW aus den Jahren 2006/07 zu sehen und eigentlich war es nur für mich alleine geplant. Aber nachdem sich das bei meinen Models, Kollegen und Freunden rumgesprochen hat, musste ich bei der Druckerei immer wieder nachbestellen (grinst).
Weitere Infos unter www.photoart-nagott.de
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