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11 Fragen an: Nicole Schweizer
Geschrieben von Gianfranco La Garda   
Dienstag, 26 August 2008

ich"11 Fragen an ...", die Serie auf La Garda stellt Fotografinnen und Fotografen mit einem kurzen Interview vor. Die Antworten auf die elf immer gleichen Fragen zeichnen ein Bild der Interviewten und ihrer Arbeit. In dieser Folge stellen wir die Fotografin Nicole Schweizer aus Essen und Düsseldorf vor.
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Wie alt bist du?
35 (Ein Freund gratulierte mir zum Geburtstag mit den Worten: „Alles Gute zum Bergfest“.)

Seit wann fotografierst du? 
Ich arbeitete etwa sieben Jahre als freier Foto-Assi und widme mich seit etwa einem Jahr ausschließlich meinen Bildern.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Wie das bei Frauen so häufig der Fall ist: Ein Mann war Schuld (grinst). Der erste war allerdings mein älterer Bruder. Ich war etwa 17, als ich feststellte, dass er seine Canon A1 nicht genug vor mir versteckt hatte. Ich verschwand für etwa ein Jahr in der Dunkelkammer und wurde bei Tageslicht nur noch mit einer Kamera vor der Nase gesehen.
Danach war mein fotografischer Erkundungsdrang erst einmal für lange Zeit gestillt.

Den zweiten habe ich geheiratet - ein Werbefotograf.

02_600pxWarum fotografierst du?
Warum? Gute Frage. Wenn man regelmäßig bei Shootings anwesend ist,  entwickelt man zwangsläufig eigene Bild-Ideen. Anfangs bat ich Thomas (meinen Mann,) sie umzusetzen, aber das funktionierte nur begrenzt. Aus mir völlig unverständlichen Gründen war es ihm nicht möglich, quasi telephatisch meine konkrete Vorstellung des Fotos zu empfangen. Dann stellte ich irgendwann fest, wieso das mit der Telepathie nicht klappen wollte. Es lag eindeutig daran, dass ich gar keine „konkrete“ Vorstellung hatte. Da waren nur grobe Bildideen in meinem Kopf und die konkrete Umsetzung des Bildes entwickelt sich bei mir erst beim Prozess des Fotografierens. Wie genau ich das Licht haben möchte, stelle ich erst fest, wenn ich es aufbaue; Wo Requisiten stehen sollen weiß ich erst, wenn ich sie in der Hand halte; Wie das Model agieren soll, welchen Blick ich mir wünsche, entscheide ich meist, während die ersten Fotos geschossen werden.
Um auf die Frage zurück zu kommen: Darum fotografiere ich. Um etwas zu erschaffen. Na ja, und weil‘s unglaublich viel Spaß macht.

Welche Art von Fotos machst du?
Also derzeit sind meine Fotos noch recht verspielt (man könnte auch sagen verkitscht) und bemühen sich um eine möglichst positive Darstellung der Frau bzw. um deren Schönheit, manchmal auch Reinheit. 
Man darf davon ausgehen, dass sich dies ändern wird. Meine derzeitigen Ideen drehen sich radikal ums Gegenteil. Es dürfte allerdings schwierig werden, die passenden Modelle dafür zu finden, da es sich größtenteils um Akte handelt, die Mut zur Hässlichkeit erfordern. Sollte sich hier also irgendein Model angesprochen fühlen ... (lacht).

Mit welcher/welchen Kamera/s arbeitest du und warum?
Canon EOS 1 DS Mark II, weil ich mich unglaublich gern über ein zu kleines Display aufrege und die Tatsache, dass man die Autofokuspunkte nur innerhalb eines begrenzten mittigen Feldes einstellen kann.
Und weil ich mir die Mark III gerade nicht leisten kann.

Welche Objektive setzt du ein und warum?
Ein langes und ein Kurzes (grinst). Ein Tele-Zoom (70 - 200 mm) und ein Weitwinkel-Zoom (24 - 70 mm). Lagen hier im Studio rum und sind für alles was ich fotografiere ausreichend.


 

01_600pxWelche Locations (Studio, Outdoor, On Location) bevorzugst du und warum?
Ich bevorzuge weder das Eine, noch das Andere. In jeder Umgebung lassen sich spannende Fotos mit dem jeweils Location-spezifischem Charakter produzieren und ich nutze alle drei Varianten.

Hast du einen Fotografen als Vorbild?
Wenn ich jetzt etwas anderes als „Thomas Schweizer“ schreibe, bin ich bald eine geschiedene Frau (lacht). Nein, also ich habe es nicht so mit Vorbildern.

Welches ist dein Lieblingsbild und warum?
Bezieht sich die Frage jetzt auf ein Bild von mir? Das ist wie mit Schuhen. Schwierig sich zu entscheiden und wenn man ein Paar gekauft hat, ärgert man sich zu Hause, dass man nicht doch das Andere genommen hat. Meist kaufe ich deswegen direkt beide Paare, aber hier geht das ja nicht.
Also entscheide ich mich aktuell für das Portrait im Jugendstil vor dem grün-braunem Hintergrund. Ich empfinde es als eine meiner ausdrucksstärksten Arbeiten. Das Model hat natürlich entscheidend dazu beigetragen.

Was ist dein Wunsch oder Traum für deine Fotografie, die du gerne einmal umsetzen würdest?
Oh, da gibt es diverse Dinge. Ein Fashion Shooting an Gletschern oder in der Wüste zum Beispiel. Aber wie schon gesagt: Die Liste ist recht lang und die kleineren (und finanzierbaren) Projekte werde ich auch sicherlich in nächster Zeit umsetzen. Also öfter mal bei mir vorbei schauen (grinst).

Weitere Infos unter www.Nicole-Schweizer.com

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