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"11 Fragen an ...", die Serie auf La Garda stellt Fotografinnen und Fotografen mit einem kurzen Interview vor. Die Antworten auf die elf immer gleichen Fragen zeichnen ein Bild der Interviewten und ihrer Arbeit. In dieser Folge stellen wir die Fotografin Julischka Stengele aus Berlin vor.

Wie alt bist du?
Ich wurde im Juli 1982 geboren.
Seit wann fotografierst du? 
So richtig bewusst und mit Herzblut seit 2004.
Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Über einen langen und gewinnbringenden. Umweg. Interesse am Bildermachen und an Inszenierungen hatte ich schon immer. In meiner Kindheit und Jugend beschränkte sich das neben dem Theaterspiel auf Zeichnen, Malen und Collagieren. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Kameras für mich nur Gebrauchsgegenstände, wie ein Telefon oder ein Stuhl. Dann begann ich, in meiner Freizeit zu modeln. Schnell reichte es mir nicht mehr, meine Ideen von anderen zu Bildern verarbeiten zu lassen, ich wollte selbst ran. Als ich begriff, was man mit der Kamera in der Hand alles sehen und erschaffen kann, bin ich explodiert und habe nicht mehr losgelassen. Aktuell studiere ich Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Fotografie.
Warum fotografierst du?
Ich liebe es, Ideen zu visualisieren, Welten zu bauen, Zeit und Raum anzuhalten, Unsichtbares sichtbar zu machen. Ich bin neugierig auf Menschen, will mit ihnen kommunizieren, in sie hineinsehen und andere durch meine Augen sehen lassen. Ich brauche das einfach.
Welche Art von Fotos machst du?
Schöne, besondere und seltene. Inszenierte Weibsbilder. Bilder mit Fleisch, Blut und Herz.
Mit welcher/welchen Kamera/s arbeitest du und warum?
Das ist je nach Projekt und Motiv ganz unterschiedlich. Überwiegend jedoch mit einer digitalen Spiegelreflex von Canon im KB-Bereich. Mit ihr bin ich flexibel, ich benötige kein Stativ und kann viel impulsiver agieren. Meine Sofortbild-Kamera SX-70 setze ich gern zusammen mit uraltem Film für Vintage-Motive ein. Ich mag den Eigensinn der SX-70, er kommt meiner Experimentierfreude entgegen. Mittelformate wie die Pentax 6x7 kommen aber auch zum Einsatz. So ein Lichtschacht ist einfach genial. Ich mag, dass man sich bei Mittelformat-Aufnahmen mehr Zeit nehmen muss und sich anders auf das Motiv einlässt.
Gleichzeitig fühle ich mich durch das Abeiten mit dem Stativ sehr eingeschränkt.
Welche Objektive setzt du ein und warum?
Ich habe gute Erfahrung mit Festbrennweiten gemacht. Fast immer verwende ich das 50 mm/1.8, ich bin auch gern „nah am Geschehen“.
Welche Locations (Studio, Outdoor, On Location) bevorzugst du und warum?
Sofern es das Licht zulässt, ist On Location super. So kann man sich von der Umgebung inspirieren lassen. Das fördert den kreativen Prozess. Manche Konzepte kann man aber einfacher und besser im Studio realisieren. Da hat man alles unter Kontrolle.
Hast du einen Fotografen als Vorbild?
Ein richtiges Vorbild habe ich nicht. Aber es gibt einige, deren Arbeit ich bewundere, die mich inspirieren und begleiten und mit denen ich mich verbunden fühle. Ganz oben in meiner Hitliste stehen Erwin Olaf, Esther Haase, Ellen von Unwerth und Jan Saudek. Grundsätzlich kann ich mich auch für viele Arbeiten begeistern, die ich selbst nicht machen würde.
Welches ist dein Lieblingsbild und warum?
Das wechselt ständig. Ein einziges Bild gibt es ohnehin nicht. Besonders toll sind natürlich immer die aus dem letzten Shooting. Aber auch ganz alte Arbeiten sehe ich mir hin und wieder gerne an.
Was ist dein Wunsch oder Traum für deine Fotografie, die du gerne einmal umsetzen würdest?
Oh da gibt es viele. Neben solchen Kleinigkeiten wie „Weltruhm erlangen“, würde ich gern mal eine sinnlich-verrückte Frauen-Orgie inszenieren und eine Freak-Foto-Fashion-Show konzipieren und durchführen.
Weitere Infos unter www.fotoportfolio.de
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