La Garda - Fotografie • Models • Make-up
La Garda

   
11 Fragen an: Henning Günther
Geschrieben von Gianfranco La Garda   
Dienstag, 09 Januar 2007

2005_myself_"11 Fragen an ...", die Serie auf La Garda stellt Fotografinnen und Fotografen mit einem kurzen Interview vor. Die Antworten auf die elf immer gleichen Fragen zeichnen ein Bild der Interviewten und ihrer Arbeit.
In dieser Folge stellen wir den Fotografen Henning Günther aus Krefeld vor.
trennlinie.gif


Wie alt bist du?
Jung gebliebene 40.

Seit wann fotografierst du? 
Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern. Sicherlich seit meiner Kindheit, da mein Vater und meine Mutter eine Kamera besaßen (Voigtländer Bessamatic SLR und ein zweiäugige Rolleiflex 6x6). Meine erste eigene Spiegelreflexkamera legte ich mir 1986 zu. Nach anfänglicher Euphorie, sogar mit eigenem SW- und Farblabor schlief das Hobby ein wenig ein und beschränkte sich nur noch auf die Urlaubsfotografie. Ernsthaft beschäftigte ich mich wieder, seit dem ich mir die erste bezahlbare digitale SLR (Nikon D100) angeschafft hatte. Das war 2003. Es war ein riesiger Entwicklungssprung (nicht nur technisch gesehen). Man konnte sofort von seinen Fehlern lernen und musste nicht tagelang auf die Abzüge warten. Außerdem konnte man experimentieren, ohne dass nennenswerte Kosten entstanden. 2004 betrat ich zum ersten Mal ein Studio.

2006_deanaWie bist du zur Fotografie gekommen?
Wie schon erwähnt, denke ich durch meine Eltern. Allerdings waren wir (meine Geschwister und ich) schon das eine oder andere Mal genervt, wenn mein Vater das Urlaubsfoto arrangierte und es ewig dauerte. Das wollte ich natürlich besser machen. Ich muss mal meine Frau und beiden Töchter fragen, ob ich auch schon nerve (lacht).

Warum fotografierst du?
In erster Linie weil es mir viel Spaß bereitet!
Wenn am Ende der langen Kette (Shooting, Bearbeitung und Ausbelichtung/Plot) ein gutes Bild entstanden und das Model zufrieden ist, bin ich natürlich auch happy. Die Fotografie ist für mich ein Mittel, um meine Kreativität auszuleben. Je mehr man sich damit beschäftigt, ich meine jetzt, selber zu fotografieren und fremde Bilder zu betrachten, umso mehr werden einem die Augen geöffnet. Man sieht so viele Dinge, die man vorher nicht gesehen hat und erlebt seine Umwelt intensiver. Mittlerweile ist es eine Leidenschaft geworden.

Welche Art von Fotos machst du?
Alles!
Ich möchte mich auf keinen Stil, Bereiche oder Motive festlegen. Auch wenn manchmal behauptet wird, das sei unprofessionell. Ich möchte vielmehr das Eine oder Andere probieren und meine Ideen umsetzen, weil ich die Welt der Fotografie einfach schön und spannend finde. Vielseitigkeit in allen fotografischen Themenbereichen ist eine Herausforderung fürs Leben.

Mit welcher/welchen Kamera/s arbeitest du und warum?
Ich arbeite mit einer digitalen SLR, der Nikon D200 und ausschließlich digital. Habe zwar auch noch analoge Boddys (F100 + F3), die ich aber nur noch für die Astrofotografie einsetze. 2004 habe ich eine Studiosession zweigleisig gefahren (mit analoger F100 und digitaler D100) und war von den analogen Abzügen, die aus einem normalen Labor kamen echt enttäuscht. Seitdem nur noch digital. Warum Nikon? Das ist für mich historisch begründet. Ich kann immer noch mein erstes Objektiv von Nikon, das 50 mm/1.8, an meiner aktuellen Kamera nutzen. Welche Marke bzw. Modell man benutzt, ist letztendlich egal. Für mich zählt nur das Endergebnis, der Plot bzw. die Ausbelichtung. Sicherlich gibt es extreme Einsatzfälle in der Fotografie, wo bestimmte Marken/Modelle von Nöten sind. Die brauchte ich bis jetzt aber noch nicht. Öfters höre ich auch „Na klar, mit so einer Kamera kann man ja nur gute Bilder machen.“ Ja, ist das so? Sagen die auch in einem guten Restaurant zum Chefkoch „Na klar, mit solchen Töpfen kann man ja nur gut kochen?“ Ich denke immer noch, dass die Kamera das Werkzeug ist und der Fotograf die Bilder entstehen lässt.

2005_schweden_wrackWelche Objektive setzt du ein und warum?
Von 12 mm bis 300 mm, von Zoom über Festbrennweite bis zum Telekonverter ist alles vorhanden. Bei den Festbrennweiten nutze ich gerne das 50, 85 und 105er Macro für die Peoplefotografie. Aber auch das 70-200 oder mal das 300er sind durchaus im Einsatz. Dies ist wirklich situationsbedingt und ich entscheide es vor Ort. Gestern zum Beispiel hatte ich ein Shooting in einem kleinen Hotelzimmer. Dort musste ich mein 17-55/2.8 nutzen, da die 50er Brennweite einfach zu begrenzt war.

Welche Locations (Studio, Outdoor, On Location) bevorzugst du und warum?
Kommt natürlich auf die Aufgabenstellung und die Jahreszeit an. Ich persönlich liebe On Location (z.B. Hotel, Bar, ausgefallene Architektur) und Outdoor (z.B. altes Fabrikgelände, verlassene Gebäude), weil einfach mehr Atmosphäre rüber kommt. Das macht die Sache spannend und man kann eine Geschichte damit erzählen. Beim klassischen Akt bevorzuge ich (bis jetzt) das schwarze oder graue Studio.

Hast du einen Fotografen als Vorbild?
Ja!
Ich beschränke mich hier jetzt mal auf die Akt/Beautyfotografie. Bruno Bisang und Andreas H. Bitesnich sind wahre Meister auf ihrem Gebiet. Man muss nur aufpassen, dass man nicht anfängt, das zu kopieren, was einem selbst gefällt. Aber Anregungen und Ideen zu finden, finde ich legitim.

Welches ist dein Lieblingsbild und warum?
Das Lieblingsbild gibt es bei mir nicht. Mein derzeitiger Favorit ist das Bild eines Wracks (Schoner Swiks auf Öland / Schweden), das ich letztes Jahr fotografiert habe. Es strahlt für mich eine zeitlose Ruhe aus. Begründet auch darin, da ich dieses Motiv schon seit über 30 Jahre kenne und es sich nur unwesentlich gerändert hat.

Was ist dein Wunsch oder Traum für deine Fotografie, die du gerne einmal umsetzen würdest?
Ich würde gerne mal ein richtig professionelles (und damit auch leider richtig teures) Aktfotoshooting mit einem erstklassigen Model bzw. Schauspielerin (z. B. Angelina Jolie, Jodie Foster oder Grace Jones) in einer abgefahrenen Location durchführen. Der zweite Wunsch wäre eine einjährige Tour durch Afrika, in der ich mich nur der Naturfotografie widmen würde.
Der absolute Traum aber wäre natürlich, dass ich meinen Lebensunterhalt damit verdienen könnte.

Weitere Infos unter www.arthwork.de

 

 

 







Kommentare (0)add comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security image
Bitte den folgenden Code eintragen


busy