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Praxis: Was ist möglich mit HDR?
Geschrieben von Jürgen Held   
Mittwoch, 14 Januar 2009

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Ziel der HDR-Technik ist es, ein kontrastreiches Motiv mit Zeichnung im gesamten Dynamikbereich zu erzeugen. Hierzu werden möglichst deckungsgleiche Aufnahmen miteinander verrechnet.
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Daraus ergeben sich zwangsläufig einige Beschränkungen hinsichtlich Motivwahl und Gestaltung. Leider sind nicht alle fotografisch interessanten Motive für das HDR-Imaging geeignet.

Stilleben und Landschaften

Hierzu zählen Motive wie Architektur, Maschinen, Fahrzeuge, Lebensmittel, Industrieanlagen, Panoramen etc. Solche sich nicht bewegenden Motive sind für die HDRFotografie ideal. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob die Aufnahmen am Tag, in der Dämmerung oder bei Nacht entstehen.

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Dieses HDR-Bild wurde aus drei unterschiedlich belichteten Aufnahmen generiert. Das Blätterrauschen, bedingt durch den stetig vorherrschenden Wind, wurde von Photomatix 2.52 nahezu perfekt kompensiert.

Je mehr Kontrast die Motive aufweisen, desto eindrucksvoller werden die HDR-Ergebnisse. Bei der Motivwahl kann eine Burgruine ebenso wie eine moderne Fabrikanlage spektakuläre Ergebnisse liefern.
Fahrzeuge und Maschinen bekommen durch die HDR-Technik ein völlig neues Erscheinungsbild, und aus dem alten Kombi wird ein rassiger Oldtimer. Leichter Wellengang, leichtes Blätterrauschen sowie vorbeiziehende Wolken werden von den meisten HDR-Programmen kompensiert. Vor allem Photomatix liefert dabei sehr gute Ergebnisse.

Personen- und Modellfotografie

Hierunter fallen herkömmliche Porträts und Gruppenbilder, aber auch zum Beispiel Modefotografien sowie Personen als »schmückendes« Beiwerk etc. Werden Personen für ein HDR-Bild fotografiert, so sollten sie sich während der Aufnahmeserie völlig ruhig verhalten.
Leichter gesagt als getan: Selbst kleinste Bewegungen können zu Unregelmäßigkeiten bei der Verarbeitung führen und somit zu einem erhöhten Arbeitsaufwand. Die Bedingungen der HDR-Fotografie bringen somit auch neue Anforderungen an die Modelle. Statt fließender Bewegungen sind versteinerte Posen gefragt, die trotz allem natürlich wirken sollen.
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Dieses HDR-Bild besteht aus drei Bildern. Es wurde mit Hilfe der Funktion Geisterbild unterdrücken und einer einfachen Korrektur in Photoshop erstellt.

Personen, die während einer Aufnahmeserie durch das Bild laufen, können meist durch eine automatische Geisterbildretuschierung der HDR-Software entfernt werden. Hier zeichnen sich vor allem die Programme Artizen, FDRTools oder easyHDR aus.
 

Bewegte Motive

Tiere in Aktion, belebte Plätze und Veranstaltungen wie Rad- oder Autorennen sind ohnehin nicht ganz einfach zu fotografieren, für die HDR-Fotografie bieten sie allerdings besondere Herausforderungen. Je stärker und unregelmäßiger die Bewegungen, desto mehr Probleme haben HDR-Programme diese wieder auszugleichen. Eine Aufnahmeserie von drei Bildern und einer insgesamt relativ kurzen Belichtungszeit, lässt sich in einigen Fällen noch kompensieren. Hierbei stellt sich jedoch die Frage, ob der Arbeitsaufwand beziehungsweise das mögliche Scheitern des Projekts im Verhältnis zum erreichbaren Ergebnis steht. Bei bewegten Motiven bietet sich die Alternative an, ein HDR-Bild aus einer einzigen Aufnahme zu erstellen. Dies sollte dann allerdings ein RAWBild sein, da in diesem Format der größtmögliche Kontrast-Spielraum steckt.
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Durch den Befehl Ausrichten wird das Blätterrauschen korrigiert. Die Entstehung von Geisterbildern wird dadurch allerdings nicht unterdrückt.


Ein perfektes HDR-Imaging

Es ist schwierig, bei der HDR-Fotografie allgemeingültige, feste Werte zu Lichtverhältnissen und Kameraeinstellungen zu bestimmen. Ein Großteil der Arbeit wird am Computer erledigt, und dabei kommt es auf das benutzte Programm und dessen Eigenschaften an. Die idealen Bedingungen für eine Outdoor-Aufnahme lassen sich wie folgt beschreiben: Ziel ist es, eine Panoramaaufnahme, die aus fünf Teilen besteht, als HDR-Ausgangsmaterial abzulichten. Jedes der fünf Panorama- Einzelbilder soll aus fünf unterschiedlich belichteten Fotografien bestehen. Das Motiv, eine Häuserfront am Wasser, lässt sich von der gegenüberliegenden Uferseite optimal in den Fokus nehmen. Die Häuserfront spiegelt sich im Wasser, und die Außenbeleuchtung der Häuser wird sanft reflektiert. Der sonnige Tag neigt sich dem Ende zu, und am Nachmittag hat ein Regenschauer die Luft vom Dunst gereinigt und für eine klare Weitsicht gesorgt. Insgesamt wirkt die Szene kontrastreich und bietet viele Lichter und Schatten. 
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Unter optimalen Aufnahmebedingungen erstellte Fotografien lassen sich in kurzer Zeit zu einem HDRBild zusammenfügen.

Nur vereinzelt spazieren Passanten durch die Szenerie. Längere Wartezeiten während der Aufnahmen – um Fußgänger passieren zu lassen – sind somit unwahrscheinlich. Das Stativ hat einen stabilen Stand, Verwackler durch den Autoverkehr oder starken Wind können ausgeschlossen werden. Je nach Ausstattung und Aufnahmetechnik dauert die Erstellung der Aufnahmen etwa 10 Minuten (längere Aufnahmezeiten sollten aufgrund der sich rasch verändernden Lichtverhältnisse gegen Abend vermieden werden). Am Ende der Aufnahmesession sind 25 Bilder entstanden. Nun kann die Arbeit am Computer beginnen ...

Wollen Sie mehr über dieses und andere Themen im Bereich der HDR-Fotografie erfahren, dann können wir Ihnen Jürgen Helds Buch Das Praxisbuch HDR-Fotografie empfehlen, das im Galileo Design Verlag erschienen ist.

9783836211031
Das Praxisbuch HDR-Fotografie

Digitale High-End-Fotografie mit DRI, RAW und Panoramen
Jürgen Held

Galileo Design
282 S., 2007, geb., komplett in Farbe, mit DVD
44,90 Euro, ISBN 978-3-8362-1103-1
www.galileodesign.de

 

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