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Nach der Pflicht ruft die Kür. Um Ihren HDR-Bildern den letzten Schliff zu geben, bedarf es der Nachbearbeitung in einem Bildbearbeitungsprogramm wie Photoshop oder Photoshop Elements. Beispielsweise Retuschen lassen sich mit den gängigen HDR-Konvertern allein nicht bewerkstelligen.
Vielleicht wollen Sie Ihre HDR-Bilder auch der Online-Öffentlichkeit vorstellen? Dazu müssen Sie Ihre Aufnahmen natürlich mit einem möglichst geringen Qualitätsverlust für das Internet komprimieren. In diesem Kapitel erfahren Sie außerdem, wie Sie Ihre Tonemapped-HDR-Bilder weiter verfeinern und faszinierende Ergebnisse erzielen können.
Die wichtigsten Werkzeuge für die HDR-Nachbearbeitung
Neben den Korrektur- und Retuschewerkzeugen ist der Einsatz von Filterwerkzeugen ein wichtiges Element der Nachbearbeitung. Darüber hinaus sollten Sie sich mit den Werkzeugen zur Transformation und Kompression beschäftigen.
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Photoshop CS3 hat neben neuen Werkzeugoptionen auch eine verbesserte Arbeitsoberfläche erhalten. Nach einer kurzen Umgewöhnungszeit werden Sie den Platzgewinn wohl zu schätzen lernen.
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Es ist nicht das Ziel, hier sämtliche Photoshop-Werkzeuge zu erläutern,
geschweige denn, ganz von vorn anzufangen. Das würde definitiv den
Rahmen dieses Buches sprengen. Eine gewisse Vorkenntnis im Umgang mit
der digitalen Bildbearbeitung wird also vorausgesetzt.
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| Arbeitsoberfläche von Photoshop Elements: Sie können viele der Bearbeitungsschritte sowohl mit Photoshop als auch mit dem wesentlich günstigeren Photoshop Elements durchführen. |
Voreinstellungen
Bevor die Bildbearbeitung mit Photoshop beginnt, sollten Sie
einige individuelle Einstellungen vornehmen, die das Arbeiten
effektiver machen. Unter dem Menüpunkt Bearbeiten O Voreinstellungen O
Allgemein gelangen Sie in das entsprechende Dialogfeld.
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| Im Dialog Voreinstellungen lässt sich Photoshop individuell anpassen. Einige grundsätzliche Anpassungen sind auch für die HDR-Nachbearbeitung angebracht. |
Protokollobjekte
Photoshop hat als Standard 20 Protokollobjekte eingestellt, bei
Photoshop Elements sind es 50. Das heißt, 20 Bearbeitungsschritte
können über den Protokoll-Dialog rückgängig gemacht werden. Das ist
nicht sonderlich viel. Wenn Sie beispielsweise die Wirkung
unterschiedlicher Füllmethodenänderungen aus- probieren oder das
Stempelwerkzeug im Einsatz ist, ist das Protokoll schnell voll. Wehe
dem, der dann nicht vorgesorgt und beispielsweise mit Hilfe der
Funktion Schnappschuss eine Sicherung durchgeführt hat. Natürlich ist
es komfortabel, an dieser Stelle das Doppelte oder mehr an
Protokolleinträgen anzugeben. Wenn Speicherressourcen vorhanden sind
und die Arbeit nicht beeinträchtigt wird, sollten Sie sich den Luxus
gönnen, die Anzahl der Rückgängig- Schritte zu erhöhen.
Speichernutzung & ArbeitsvolumesPhotoshop ist ressourcenhungrig. Vor allem, wenn es um große Dateien geht, wie beispielsweise 16-Bit-Panoramen, die frisch aus der HDR-Verarbeitung kommen. Spendieren Sie Photoshop ruhig 80–90 Prozent des Arbeitsspeichers. Mit der richtigen Einstellung des virtuellen Speichers lässt sich ebenfalls eine bessere Performance erreichen. Das erste Arbeitsvolume sollten Sie nach Möglichkeit nicht auf der Partition einstellen, auf der das System läuft. Idealerweise wählen Sie eine schnelle Festplatte aus, die über möglichst viel freien Speicherplatz verfügt.
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| Im Dialog Leistung werden die Ressourcen für Photoshop verteilt. Komfort hat seinen Preis: Ohne entsprechende Leistungsressourcen sollten Sie die Zahl für die Protokolleinträge nicht erhöhen. |
Die Pipettengröße
Mit der Pipette wird zum einen Farbe aufgenommen, aber auch Werkzeuge wie die Tonwertkorrektur oder Farbton/Sättigung verwenden die Pipette.
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| Nachdem die Pipette in der Werkzeugleiste ausgewählt ist, kann direkt unter der Menüleiste der Aufnahmebereich eingestellt werden. |
Als Standard ist eine Größe von einem Pixel eingestellt. Das kann zu einer falschen Farbaufnahme führen, da selbst gleichmäßig wirkende Flächen aus Pixeln mit unterschiedlichen Farben zusammengesetzt sind. Wählen Sie als Aufnahmebereich eine Größe von 3 x 3 Pixel Durchschnitt. Das garantiert, dass nicht nur ein Pixel zur Farbauswahl herangezogen wird.
Arbeitsfarbräume
| TIPP |
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| Wenn Sie ein Bild öffnen, das ein anderes als das eingestellte Profil mitbringt, wird Photoshop fragen, wie es damit umgehen soll. Wählen Sie Eingebettetes Profil verwenden, damit das Bild in seinem eigenen Farbraum bearbeitet wird. |
Sofern noch nicht geschehen, ist es nun an der Zeit, den Arbeitsfarbraum einzustellen. Die Entscheidung, in welchem Farbraum Sie arbeiten sollen, ist nicht ganz einfach. Meist dreht sich die Frage darum, ob man sRGB oder Adobe RGB wählen sollte. Wer sich etwas intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, wird feststellen, dass es noch wesentlich mehr Farbräume gibt, die für unterschiedliche Anwendungs- und Ausgabeanforderungen gedacht sind. Wie bereits erwähnt, sollten Sie Ihren einmal gewählten Farbraum beibehalten. Das heißt, den Farbraum, den Sie schon bei der HDR-Verarbeitung in Photomatix eingestellt haben, sollten Sie auch für den Photoshop-Workflow wählen. Als Entscheidungshilfe kann Ihnen der hauptsächliche Verwendungszweck der fertigen Bilder dienen:
- Fotografen und Bildbearbeiter, die ihre Ergebnisse mit dem größtmöglichen Farbumfang zu Papier bringen möchten, sollten sich für den Farbraum Adobe RGB entscheiden. Dieser Farbraum ist größer als der sRGB-Farbraum.
- Für Web- und Screendesigner ist der standardisierte sRGB-Farbraum ausreichend. Dieser Farbraum wurde von Microsoft und Hewlett-Packard entwickelt, und die meisten Hard- und Softwarehersteller unterstützen ihn.
Unter Bearbeiten O Farbeinstellungen findet sich der Dialog, um den Farbraum zu bestimmen. Für die Druckvorstufe empfiehlt sich der Farbraum Adobe RGB. Die Einstellungen für die Farbmanagement- Richtlinien bleiben unverändert, um eingebettete Profile, beispielsweise ein Scannerprofil, nicht zu konvertieren.
Den Monitor kalibrieren
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| Wird das softwarebasierte Kalibrierungs-Tool – hier unter Windows – verwendet, lässt sich der Monitor mit Hilfe eines Assistenten und der eigenen visuellen Einschätzung schrittweise kalibrieren. |
Es wurde zwar schon einmal angesprochen, ich möchte aber an dieser Stelle nochmals auf die Monitorkalibrierung hinweisen. Wenn die Farben, die Sie auf dem Monitor sehen, den Farben im Druck entsprechen sollen, kommen Sie um eine Monitorkalibrierung nicht herum. Um die Kalibrierung durchzuführen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Windows-User finden unter Systemsteuerung O Adobe Gamma ein Tool, mit dem der Monitor schrittweise kalibriert werden kann. Macintosh- Anwender haben unter Systemeinstellungen eine vergleichbare Funktion als Bestandteil des Betriebssystems. Genauere Ergebnisse erzielen Sie mit einem Hardware-Farbmessgerät (Kolorimeter) und einer entsprechenden Software. Was bis vor wenigen Jahren ausschließlich Profis vorbehalten war, gibt es nun schon für unter 100 €. Dabei ist die Bedienung und Anwendung auch für Anfänger geeignet und geht schnell von der Hand. Die Kalibrierung sollten Sie in regelmäßigen Abständen durchführen.Tipp: Kaufen Sie sich zu mehreren – z. B. mit Fotografen – ein Kalibrierungsgerät, und benutzen Sie es im Umlauf. Diese kleine Investition macht sich in Kürze bezahlt.
Der Workflow
Bei der digitalen Bildbearbeitung sollten Sie einem gewissen Schema folgen und dieses verinnerlichen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass kein wichtiger Schritt vergessen wird, und auch die Reihenfolge nicht durcheinandergerät. So sollte beispielsweise das Schärfen erst den letzten Bearbeitungsschritt darstellen. Nachfolgend finden Sie Empfehlungen für ein paar grundsätzliche Dinge, die bei jeder Bearbeitung am Anfang des Workflows stehen sollten.
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| Der Farbeinstellungen-Dialog von Photoshop, wo Sie unter anderem den Farbraum auswählen können. Neben den bekannte RGB-Farbräumen sRGB und Adobe RGB gibt es zahlreiche andere Farbräume für unterschiedliche Verwendungszwecke. |
8 oder 16 Bit?
| Hinweis |
| Photoshop Elements unterstützt die Arbeit mit 16-Bit-Dateien nur eingeschränkt: Die Bilder müssen auf eine Ebene reduziert sein. Mehrere 16-Bit-Ebenen können Sie erst bearbeiten, wenn sie auf 8 Bit heruntergerechnet sind. |
Im günstigsten Fall liegen die Bilder, die aus der HDR-Verarbeitung zur
Nachbearbeitung kommen, als 16-Bit-Dateien vor. Sollte dies nicht der
Fall sein, ist das der erste Schritt, den Sie tätigen sollten. Auch wenn das Bild nur als 8-Bit-Datei vorliegt, wird es spätestens nach dem Zuschnitt oder der Skalierung durch die Neuberechnung zu einem echten 16-Bit-Bild und bietet somit ein wesentlich größeres Farbspektrum für die weitere Bearbeitung.
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| Im Menü Bild O Modus lässt sich die 8-Bit-Datei in eine 16-Bit-Datei umwandeln, was sich im Laufe eines Workflows mit vielen Bearbeitungschritten bezahlt macht. |
Die Reihenfolge
Globale Änderungen wie die Tonwertkorrektur und das Anpassen der Gradationskurven werden gewöhnlich auf das gesamte Bild angewendet, um die Qualität durchgängig zu verbessern. Das Gleiche gilt für Farbkorrekturen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, solche Bearbeitungsschritte immer am Anfang durchzuführen. Filter, Schärferegulierung und Weichzeichnung sollten dagegen am Ende der Nachbearbeitungen stehen. Ausnahmen kann es beim Gestalten von Montagen geben. Hier ist es durchaus sinnvoll, die zu bearbeitenden Montageteile erst am Ende anzugleichen, um ein stimmiges Endergebnis zu erhalten.
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Erst nachdem das Bild zugeschnitten und optimiert ist, wird die Aufnahme abschließend nachgeschärft. |
| Das zu bearbeitende Bild |
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Effektebenen einsetzen
Arbeiten Sie nach Möglichkeit grundsätzlich mit den sogenannten Effektebenen. Damit können die durchgeführten Nachbearbeitungen jederzeit wieder rückgängig gemacht beziehungsweise ausgeblendet werden. Das HDR-Bild lässt sich somit wieder in seinen Originalzustand zurückversetzen.
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| Eine neue Füll- oder Einstellungsebene lässt sich in Photoshop unterhalb der Ebenenpalette anwählen 1. |
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| Photoshop Elements bietet die Einstellungsebene standardmäßig über der Ebenenpalette an 2. |
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Praxisbuch HDR-Fotografie empfehlen, das im Galileo Design
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www.galileodesign.de
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